Kolumbien trifft im WM-Sechzehntelfinale auf Ghana
Im letzten Sechzehntelfinale der WM trifft das bislang überzeugende Kolumbien auf den Außenseiter Ghana. Verfolgen Sie das Spiel hier im Liveticker.
Vorschau: Im Arrowhead Stadium von Kansas City, bekannt als das Herzstück des American Football, stehen sich in der Nacht von Samstag (3:30 Uhr MESZ) Südamerika und Afrika gegenüber. Kolumbien trifft auf Ghana – das erste Aufeinandertreffen dieser beiden Nationen in der Geschichte des Männerfußballs. Zwei Kontinente, eine Frage: Wer darf am 7. Juli in Vancouver weiterspielen?
Kolumbien reist als Gruppensieger der Gruppe K nach Kansas City. Mit drei Spielen und sieben Punkten – einem 3:1-Sieg gegen Usbekistan, einem 1:0 gegen die DR Kongo und einem 0:0 gegen Portugal – hat Trainer Nestor Lorenzo eine kompakte und schwer ausrechenbare Einheit geformt. Das Mittelfeld mit Gustavo Puerta, Jefferson Lerma und Jhon Arias funktioniert wie ein Uhrwerk: jung, energisch und taktisch diszipliniert.
Im Zentrum dieser Struktur dirigiert James Rodriguez, der einzige Spieler, der in sämtlichen WM-2026-Qualifikationsspielen auf dem Platz stand. Mit 34 Jahren ist er nicht mehr der Mann, der 2014 die Welt mit einem spektakulären Volley gegen Uruguay in Staunen versetzte, aber er bleibt der Offensivspieler, der Flair in die Mannschaft bringt.
Der größte Star Kolumbiens ist jedoch Luis Diaz: Der von scheinbar endloser Intensität angetriebene Edeltechniker des FC Bayern spielt auch für Kolumbien über die linke Seite. Er treibt das Offensivspiel von außen an und bringt das gewisse Etwas in die kolumbianische Offensive. Für die Turnierchancen Kolumbiens ist er unverzichtbar und wurde zuletzt von seinem Trainer ausdrücklich gelobt.
Ghana hingegen ist der Außenseiter in diesem Duell. Nach zwei enttäuschenden WM-Endrunden 2014 und 2022, in denen sie jeweils in der Gruppenphase ausschieden, haben die „Black Stars“ zum ersten Mal seit 2010 wieder die K.-o.-Runde erreicht. Der Weg dorthin war alles andere als makellos: Ein Sieg gegen Panama in der 95. Minute, ein starkes Remis gegen England und eine Niederlage gegen Kroatien prägten ihren Verlauf.
Offensiv blieb Ghana in der Gruppenphase weit hinter den eigenen Möglichkeiten zurück: Nur 15 Schüsse in drei Spielen und ein xG-Wert von 2,86, einer der schwächsten Angriffsleistungen im gesamten Turnier. Erschwerend kommt hinzu, dass Mohammed Kudus, Ghanas kreativster Kopf, das Turnier aufgrund einer Oberschenkelverletzung absagen musste – ein Verlust, der schwer zu kompensieren ist.
Die Last liegt nun fast vollständig auf den Schultern von Antoine Semenyo. Der Stürmer von Manchester City erzielte in der vergangenen Premier-League-Saison 17 Tore, wartet bei der WM jedoch noch auf seinen ersten Treffer. Trainer Carlos Queiroz, der die Mannschaft erst wenige Wochen vor dem Turnier übernahm, setzt auf Kompaktheit und schnelle Konter. Der erfahrene Trainer konnte die Ghanaer zuletzt merklich stabilisieren. Gelingt Semenyo der Befreiungsschlag, könnte Ghana für eine Überraschung sorgen.