Kompany Verteidigt die Bundesliga vor Chelsea-Duell
Vincent Kompany, der Trainer des FC Bayern München, ist bestens mit dem Spitzenfußball vertraut. Vor dem Champions-League-Duell gegen Chelsea wurde er auf der Pressekonferenz mit dem abwertenden Begriff „Farmers League“ konfrontiert, der oft für die Bundesliga verwendet wird. Kompany reagierte darauf mit klaren Worten.
Ein englischer Reporter stellte dem 39-Jährigen die Frage, wie er zu diesem Vorurteil stehe. Kompany entgegnete: „Wie viele Spieler haben sie aus der Bundesliga gekauft? Wie viel Geld haben sie für Spieler aus der Bundesliga ausgegeben?“ Damit stellte er die Wertigkeit der deutschen Liga in den Kontext der Transfersummen.
Der Belgier betonte, dass er alle Wettbewerbe mit Respekt betrachte. „Ich komme aus Belgien, einem kleinen Land. Dort schaut man immer auf größere Länder, und wir respektieren jede Liga. In Deutschland wird die Bundesliga hoch geschätzt, während in England die Premier League im Fokus steht.“
Kompany ist überzeugt, dass die Bundesliga in der Talentförderung eine bedeutende Rolle spielt. Immer wieder greifen englische Topklubs auf Spieler aus Deutschland zurück, was die Qualität der Liga unterstreicht.
Er sprach auch die wirtschaftlichen Herausforderungen im europäischen Fußball an. „Es gibt ein erhebliches finanzielles Gefälle zwischen der Premier League und anderen Ligen. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir dieses Problem eines Tages lösen können“, erklärte der Bayern-Coach.
Allein im Sommer 2025 investierten die Premier-League-Klubs fast 3,5 Milliarden Euro – ein neuer Rekord. Im Vergleich dazu verzeichnete die Bundesliga lediglich rund 856 Millionen Euro an Ausgaben. Für Topvereine wie den FC Bayern wird es zunehmend schwieriger, mit den englischen Summen mitzuhalten.
Vorstandschef Jan-Christian Dreesen äußerte kürzlich bei Sky seine Bedenken bezüglich dieser Entwicklung: „Das Transfergeschäft ist zweifellos komplizierter geworden. Wir sehen Summen, die wir uns vor kurzem nicht hätten vorstellen können – insbesondere bei den englischen Vereinen, die in diesem Jahr Dinge getan haben, die wir erst einmal verstehen müssen.“
Während die englischen Großklubs tief in die Tasche griffen, hielten die Ausgaben des FC Bayern in diesem Sommer bewusst unter der 100-Millionen-Marke. Dennoch wurden mit Jonathan Tah, Nicolas Jackson und Luis Díaz namhafte Verstärkungen verpflichtet. Gleichzeitig möchte der Klub talentierten Spielern aus der eigenen Jugend mehr Chancen geben und den Kader langfristig nachhaltig gestalten.
Kompany fasste die Situation im Hinblick auf das bevorstehende Duell gegen Chelsea zusammen: „Die Bundesliga hat definitiv viel Talent, und englische Teams haben viele Spieler von hier gekauft. Aber morgen geht es nicht um Bundesliga gegen Premier League. Es ist Bayern gegen Chelsea.“