Konflikte zwischen FC Bayern und UEFA: Ein Kommentar zur aktuellen Situation
Die Beziehung zwischen den Anhängern des FC Bayern und der UEFA ist alles andere als harmonisch. In dieser Analyse betrachten wir das neueste Kapitel in diesem Konflikt.
München – Es kommt regelmäßig zu Spannungen zwischen dem europäischen Fußballverband UEFA und den Fans des FC Bayern, insbesondere der aktiven Fanszene. Diese fordert bei Champions-League-Partien mit auffälligen Bannern und dem Slogan „Twenty is plenty“ eine Begrenzung der Eintrittspreise für Auswärtsfans in den UEFA-Wettbewerben.
Darüber hinaus gehören die Bayern-Fans zu den aktivsten „Pyrotechnikern“ in der Champions League, wobei ihre Aktionen in der Regel aus Pyroshows mit Bengalos bestehen. Im Gegensatz dazu sind die pyrotechnischen Aktionen anderer europäischer Fans, die Böller und Raketen verwenden, eher verpönt.
Die UEFA reagiert jedoch regelmäßig mit strengen Maßnahmen, darunter Teilsperrungen in der heimischen Arena und Stadionverbote für FCB-Anhänger bei Auswärtsspielen. Während die Münchner Fans in diesem Jahr in Madrid von den einheimischen Ordnungskräften angegriffen und schikaniert wurden, ignoriert die UEFA diese Vorfälle oft. Obwohl die Stadionbesucher einen wesentlichen Bestandteil eines großen Fußballspiels darstellen, scheint das Wohl der Fans für den europäischen Fußballverband nicht von großer Bedeutung zu sein.
Nun steht der FC Bayern und seinen Anhängern neues Ungemach bevor: Am Ende eines der dramatischsten Champions-League-Spiele der letzten Jahrzehnte, in dem der FC Bayern gegen Real Madrid antrat, kochten die Emotionen nach dem Siegtor von Michael Olise über. Nach dem Ausgleichstreffer von Luis Díaz, der den Rekordmeister ins Halbfinale brachte, hatten einige Fans der Südkurve die Absperrgitter überquert, um das Spiel näher zu verfolgen.
Nach Olises Tor kannte der Jubel in der gesamten Arena keine Grenzen mehr: Bei den Umarmungen zwischen Spielern und Fans am Spielfeldrand wurden jedoch vier Fotografen gegen die Bande gedrängt und verletzt; einer von ihnen war kurzzeitig bewusstlos. Der Club Nr. 12, die Dachorganisation der organisierten FCB-Fans, äußerte umgehend Bedauern und entschuldigte sich bei den Betroffenen.
Knapp zwei Tage später, am frühen Freitagabend, wurde bekannt, dass die UEFA Ermittlungen gegen den FC Bayern eingeleitet hat. Insgesamt werden dem Club vier Verstöße vorgeworfen: „Störung durch Zuschauer“, „Blockierung öffentlicher Wege“, „Werfen von Gegenständen“ und die „Übermittlung einer für eine Sportveranstaltung ungeeigneten Botschaft“ (möglicherweise das Anti-UEFA-Banner „Twenty is plenty“?).
Seitdem wird spekuliert, ob die Vorfälle nach Olises 4:3 (das Spiel wurde nicht wieder angepfiffen) zu einer Teilsperrung der Allianz Arena im CL-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain führen werden. Ein solcher Schritt wäre in der über 70-jährigen Geschichte des Europapokals beispiellos, obwohl die Bayern-Spieler in früheren Europapokal-Duellen im Bernabéu deutlich schlechter behandelt wurden: Gerd Müller wurde 1976 von einem Fan auf dem Spielfeld angegriffen, und Klaus Augenthaler berichtete 1987 von Eisenstangen, die auf die FCB-Spieler geworfen wurden.
Gerade nach den Vorfällen im Hinspiel 2026, als normale Münchner Fans beim Stadioneinlass grundlos von den Ordnungskräften in Madrid schikaniert und geschlagen wurden, ist die aktuelle Situation brisant. Werden Übergriffe gegen Fans von der UEFA toleriert, während Jubelszenen, bei denen Personen versehentlich verletzt wurden, heftig bestraft werden?
Die FCB-Anhänger äußern ihre Vermutungen auf Social Media: „Die UEFA hat nicht geschafft, dass Real Madrid weiterkommt, also muss man dem FC Bayern auf andere Weise schaden…“ Dennoch sind sich die meisten einig, dass dies der UEFA letztlich schaden könnte: „Wollen sie wirklich ein leeres Stadion im Halbfinale auf der Weltbühne des Fußballs?“
Der FC Bayern selbst geht gelassen mit der Situation um. Sportdirektor Christoph Freund äußerte sich als Erster auf der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart: „Am Ende waren es sehr viele Emotionen und Chaos. Dass Journalisten verletzt wurden, tut uns leid. Wir stehen im Austausch mit den Journalisten und Gremien. Es war ein sehr emotionaler Abend und ein außergewöhnlicher Spielverlauf. Das darf aber nicht passieren.“ Er betonte mehrmals, dass es sich um eine absolute Ausnahmesituation handelte, denn „unser Stadion steht für Sicherheit und eine Atmosphäre, in der sich alle wohlfühlen.“
Laut Freund besteht beim FC Bayern hinsichtlich einer möglichen Teilsperrung im Halbfinale „keine große Sorge. Der Austausch mit der UEFA ist gut und eng, auch mit Jan-Christian Dreesen. Die UEFA weiß, was sie mit der Allianz Arena hat. Es war eine extreme Situation, aber die UEFA erkennt an, dass es eines der sichersten Stadien ist. Wir gehen davon aus, dass wir gegen Paris ein Fußballfest in einem vollen Stadion feiern können.“
UEFA-Strafen nach einem „epischen Europapokalspiel“?
Aus Sicht der Bayern bleibt zu hoffen, dass der 48-jährige Österreicher mit seiner Einschätzung recht behält. Das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2025/26 zwischen dem FC Bayern und Real Madrid wird sicherlich in die Fußballgeschichte eingehen. Ein erheblicher Anteil an diesem herausragenden Ereignis hatte auch die begeisterte Zuschauerkulisse. Es ist kaum vorstellbar, dass dies nun zu so negativen Konsequenzen führen könnte.
Glücklicherweise geht es „inzwischen allen wieder den Umständen entsprechend gut“, wie der Verband deutscher Sportjournalisten mitteilt. Warum der Ordnungsdienst in der Südkurve das frühzeitige Überklettern des Zaunes nicht verhindert hat, muss jedoch unbedingt noch geklärt werden.