Kontroversen um Elfmeterentscheidung bei Dortmund gegen Leipzig
Ein Zweikampf ohne Pfiff und zahlreiche Proteste: Borussia Dortmund fühlt sich nach dem glücklichen Unentschieden gegen RB Leipzig um einen möglichen Sieg betrogen. Trainer Niko Kovac äußerte sich kritisch dazu, dass seine Mannschaft kurz vor Schluss keinen Elfmeter zugesprochen bekam, nachdem es zu einem Zweikampf zwischen Karim Adeyemi und Castello Lukeba kam. "Ich war bis zu meinem 14. Lebensjahr auch Judoka. Das ist eine Sichel, das ist ein Feger", erklärte Kovac im Interview mit Sky. "Ich weiß nicht, was wir im Studio gesehen haben, aber anscheinend war es das Falsche."
Mit "Studio" bezog sich Kovac auf den Videoschiedsrichter. Den Schiedsrichter Benjamin Brand machte er keinen Vorwurf: "Das kann der Schiedsrichter nicht sehen. Aber der im Studio hat die Bilder, die wir auch haben", sagte der 54-Jährige. "Das ist eine Fehlentscheidung. Er trifft ihn ja."
In der Nachspielzeit traf Fabio Silva in der 90.+5 Minute schließlich zum 2:2. Zuvor hatten Christoph Baumgartner (20./39.) und RB-Stürmer Romulo (50.) mit einem Eigentor für die Treffer gesorgt.
Nach dem Schlusspfiff suchte Sportdirektor Sebastian Kehl das Gespräch mit Schiedsrichter Brand, hielt jedoch den Inhalt des Gesprächs für sich. "Wir müssen ja nicht immer einer Meinung sein", sagte der ehemalige Profi. "Ich bleibe auch nach ein paar Minuten des Nachdenkens dabei, dass das ein klarer Elfmeter ist. Der VAR hätte eingreifen müssen, er hätte auf den Punkt zeigen müssen. Dann wäre das Spiel womöglich anders verlaufen."
In dem Laufduell zwischen Lukeba und Adeyemi in der 89. Minute stellte der Dortmunder Stürmer den Fuß rein, was dazu führte, dass beide Spieler zu Fall kamen. "Natürlich stellt Karim den Fuß rein. Aber das macht ein Stürmer so. Das gab es schon häufiger und wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein", erklärte Kehl. Er geht davon aus, dass die Szene vom Videoschiedsrichter geprüft wurde.