Kreuzbandverletzungen im Frauenfußball: RB Leipzig betroffen

Kreuzbandverletzungen im Frauenfußball: RB Leipzig betroffen

Nach Giovanna Hoffmann hat sich nun auch Viggo Gebel das Kreuzband gerissen. Doch nicht nur bei RB Leipzig ist die Verletzung ein großes Thema.

Leipzig – Der Kreuzbandfluch geht weiter. In den vergangenen Tagen gab es Schlag auf Schlag – eine Kreuzbandmeldung nach der nächsten, und zwei davon betreffen RB Leipzig. Vor rund zwei Wochen erwischte es Stürmerin Giovanna Hoffmann während der Partie gegen die SGS Essen (2:1), und nun hat es überraschend auch Viggo Gebel getroffen. Wie der Verein am Montag bekannt gab, verletzte sich der 17-jährige Mittelfeldspieler, der regelmäßig bei der Profimannschaft mittrainiert, am Samstag bei der Begegnung der U19 mit dem Halleschen FC (6:2).

Eine MRT-Untersuchung am Montag bestätigte die erste Diagnose, und die Operation soll bereits am Donnerstag stattfinden. Damit ist die Saison auch für ihn höchstwahrscheinlich beendet. U19-Chefcoach Sebastian Heidinger äußerte sich betroffen: „Das ist ein schwerer Schlag, vor allem für Viggo, der ein zentraler Bestandteil unserer U19-Mannschaft ist. Wir wünschen ihm eine erfolgreiche Operation und stehen in dieser schwierigen Phase jederzeit hinter ihm.“

Auch RB-Sportchef Marcel Schäfer sprach über diesen Rückschlag: „Wir stehen als Klub voll hinter Viggo und werden ihn in seinem Heilungsprozess in jeder Phase umfassend unterstützen. Er kann sich sicher sein, dass das gesamte Profiteam ihm die Daumen für eine schnelle und vollständige Genesung drückt und wir ihn auf seinem Weg zurück auf den Platz bestmöglich begleiten.“

In der gleichen Woche erhielt auch Lena Oberdorf vom FC Bayern München nur 15 Monate nach ihrer ersten Kreuzbandverletzung erneut die Diagnose. Ebenso erging es Merle Frohms von Real Madrid, die sich das hintere rechte Kreuzband riss und die Verletzung konservativ behandeln lassen wird. Diese Entwicklungen sind besorgniserregend. RB-Frauencoach Jonas Stephan, der aufgrund ähnlicher Verletzungen auch auf Diana Nehmet und Lara Marti verzichten muss, kritisierte in diesem Zusammenhang den eng getakteten Spielplan: „Wir freuen uns alle, dass die Liga größer geworden ist, aber wir sind nicht erfreut darüber, dass dies durch englische Wochen kompensiert wird. Das ist für das Produkt Frauenfußball, wenn man das so benennen möchte, nicht zuträglich, denn Spielerinnen wie Giovanna Hoffmann sind Publikumsmagnete. Wenn sie ausfallen oder sich schwer verletzen und monatelang nicht spielen können, hilft das niemandem, und daran muss gearbeitet werden.“

Die häufigeren Kreuzbandrisse bei Frauen haben jedoch auch andere Ursachen. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln erklärte der dpa: „Anatomische Gründe wie eine Neigung zu leichten X-Beinen bei Frauen, eine engere knöcherne Führung des Kreuzbandes, weniger Muskelmasse und schwächeres Bindegewebe spielen eine Rolle.“ Auch die Struktur des Bandes und der Menstruationszyklus sind entscheidend. Insgesamt wird von einem mindestens doppelt so hohen Risiko für Frauen ausgegangen, laut Froböse sprechen einige Quellen sogar von einem fünf- bis sechsmal höheren Risiko. In der aktuellen Saison fehlen laut dem Portal Soccerdonna bereits 16 Spielerinnen aufgrund eines Kreuzbandrisses – und es ist sehr wahrscheinlich, dass es nicht dabei bleiben wird.

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