Kritik an der Transferstrategie des FC Bayern durch Holger Badstuber
Der ehemalige Bayern-Star Holger Badstuber äußert sich skeptisch zur Transferstrategie des Rekordmeisters und vermisst klare Strukturen.
München – Die aktuelle Transferperiode des FC Bayern wirft zahlreiche Fragen auf. Während mit Luis Díaz, Jonathan Tah, Tom Bischof und Nicolas Jackson vier externe Neuzugänge verpflichtet wurden, haben gleichzeitig drei Schlüsselspieler, Thomas Müller, Leroy Sané und Kingsley Coman, den Klub verlassen. Badstuber hat sich nun kritisch zur Transferpolitik seines ehemaligen Vereins geäußert.
In einem Interview mit Transfermarkt erklärte der 36-Jährige: „Was wollten sie erreichen, was war das Ziel? Ich habe da keine Einblicke.“ Besonders die Abgänge prominenter Leistungsträger sieht er als problematisch: „Mit Thomas Müller, Leroy Sané und Kingsley Coman haben drei Hochkaräter den Klub verlassen. Das zu kompensieren, ist bislang nicht gelungen – weder in der Breite noch in der Qualität.“
Dennoch erkennt Badstuber das Potenzial des Neuzugangs Luis Díaz an: „Ich halte ihn für einen sehr, sehr guten Spieler. Ich habe ihn bei Liverpool gerne spielen sehen. Er bringt Power und Emotion in sein Spiel. Ob es der perfekte Plan war, kann ich nicht beurteilen.“ Am Deadline Day verpflichtete der FC Bayern Chelsea-Star Nicolas Jackson für eine Leihgebühr von 16,5 Millionen Euro, nachdem der Deal zuvor mehrfach auf der Kippe gestanden hatte.
Ob Jackson in der Lage ist, die entstandenen Lücken zu schließen, bleibt fraglich. Badstuber sieht daher offene Baustellen: „Welchen Weg will Bayern München einschlagen? Wenn sie abspecken müssen, setzen sie dann wirklich in den nächsten ein, zwei Jahren auf die Jugend? Ist das der Plan? Ich weiß nicht, was der Plan von Bayern München ist. Das macht mich stutzig.“
Damit spricht er einen Punkt an, der in den letzten Wochen auch innerhalb des Vereins diskutiert wurde. Sportvorstand Max Eberl und Trainer Vincent Kompany betonen regelmäßig, dass Talente wie Jamal Musiala, Tom Bischof oder Cassiano Kiala verstärkt integriert werden sollen. Gleichzeitig steht Bayern im internationalen Vergleich unter Druck, um sportlich mit der Spitze mithalten zu können.
Neben seiner Kritik an den Bayern sprach Badstuber auch über seine persönliche Vergangenheit. Sein überraschendster Wechsel sei 2017 der Schritt von München zu Schalke gewesen. „Das war überraschend und nicht gut durchdacht. Ich wollte einfach nur spielen. Vielleicht wäre es damals besser gewesen, sich hinzusetzen und zu überlegen, was man will und was man hat – macht es jetzt überhaupt Sinn? Das war ein bisschen eine Kurzschlussreaktion.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)