Kritik an Thomas Tuchel nach mühsamem 2:0 gegen Andorra

Kritik an Thomas Tuchel nach mühsamem 2:0 gegen Andorra

Thomas Tuchel zeigte sich nach dem 2:0-Sieg gegen Andorra zufrieden, doch sowohl Medien als auch Fans äußern zunehmend Kritik an seiner Person.

Birmingham – Die Stimmen gegen Thomas Tuchel werden immer lauter. Nach dem mühsamen 2:0 gegen den Fußball-Zwerg Andorra stellte das englische Boulevardblatt The Sun fest: „Nach fünf Spielen unter Tuchel fällt es schwer, sich an positive Aspekte der englischen Mannschaft zu erinnern.“ Auch der Independent hinterfragte: „England sichert sich die Punkte - doch kann Tuchel das Beste aus dieser Mannschaft herausholen?“

Trotz der uninspirierten und phasenweise langweile erzeugenden Leistung seiner Mannschaft im vierten WM-Qualifikationsspiel war der deutsche Trainer zufrieden. „Ich mochte unsere Vorstellung“, erklärte der Trainer der englischen Fußball-Nationalmannschaft nach dem zähen 2:0 (1:0). „Es war gut und solide gegen einen tiefstehenden Gegner.“

Die Zuschauer im Villa Park in Birmingham sahen das jedoch anders. Der Applaus war spärlich, und die Rufe seiner Spieler waren minutenlang zu hören, was auch Tuchel bemerkte. Seine Erklärung lautete: „Das zweite Tor kam zu spät, um zu 100 Prozent frei aufspielen zu können – was notwendig ist, um mehr Tore zu schießen.“ Ein 4:0 oder 5:0 „wäre verdient gewesen“.

Wie bereits im Hinspiel, das mit 1:0 gewonnen wurde, hatte das Tuchel-Team gegen die Nummer 174 der FIFA-Weltrangliste große Probleme. Lediglich ein Eigentor in der 25. Minute und ein Treffer von Declan Rice in der 67. Minute sorgten für Jubel unter den Fans. Ansonsten tat sich die Mannschaft schwer, klare Tormöglichkeiten herauszuspielen.

Die Medien ließen kein gutes Haar an der Leistung. „Langweiliges, langweiliges England. Rice besänftigt den gereizten Tuchel“, berichtete die Daily Mail, denn der frühere BVB- und Bayern-Trainer war während des Spiels sichtbar verärgert. Spielerische Überzeugung oder kreative Ideen waren in seinem Team während der 90 Minuten kaum zu erkennen. Die Spielweise offenbarte einige Mängel: wenig Tempo, kaum öffnende Pässe und eine mangelnde Kreativität.

Flügelstürmer Noni Madueke sprach über „frustrierende Phasen“ gegen den doppelten Fünfer-Abwehrriegel der Andorraner, die im Mittelfeld mit Pau Babot vom deutschen Fünftligisten SV Rot-Weiss Walldorf aufliefen. „Sie sind eine harte Nuss“, sagte Madueke, „gegen elf Spieler auf 30 Metern vor dem Tor hat jede Mannschaft der Welt Schwierigkeiten.“

Tuchel sieht sich nun mit seiner Titel-Ansage konfrontiert. Am Dienstag wird England von Serbien im Belgrader Hexenkessel deutlich härter getestet. Der Gegner liegt fünf Punkte zurück, hat aber ein Spiel weniger absolviert. Mit einem Sieg könnte die WM-Teilnahme fast gesichert werden, trotz der wenig überzeugenden Leistungen.

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