Lennart Karl: Hype und Skepsis beim FC Bayern

Lennart Karl: Hype und Skepsis beim FC Bayern

Beim FC Bayern München steht Lennart Karl momentan im Rampenlicht. Könnte ihm sogar eine Nominierung für die DFB-Nationalmannschaft winken? Mario Basler bleibt jedoch skeptisch.

München – Lennart Karl erzielte erneut einen Treffer gegen Mainz 05 und sorgte damit für Aufsehen. Das 17-jährige Talent des FC Bayern wird von Medien und Experten in den höchsten Tönen gelobt. Doch während die Lobeshymnen zunehmen, bleibt ein prominenter Kritiker, Mario Basler, skeptisch.

„Meine Meinung über ihn ist nicht schlecht. Es ist nicht so, dass ich negativ über ihn gesprochen habe“, stellte der ehemalige Bayern-Spieler im Gespräch mit Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, klar. „Ich finde nur, der Hype, der um ihn gemacht wird, ist extrem.“

Basler, der bereits Ende Oktober öffentlich bezweifelte, dass Karl „gut genug für Bayern München“ sei, bleibt auch angesichts der Euphorie um den Youngster skeptisch. „Wenn ich nach dem Spiel gegen Mainz sehe, wie er bewertet wird – mit einer Note 2 … ich habe das Spiel gesehen und in der zweiten Halbzeit habe ich relativ wenig von ihm gesehen.“

Diese Kritik ist typisch für Basler, der damals warnte, man müsse „dem Jungen Zeit geben und sehen, ob es letztendlich reicht, sich beim FC Bayern durchzusetzen“. Besonders pikant wird Baslers Einschätzung, wenn er Karl mit Kölns Saïd El Mala vergleicht.

„Wir können genauso zu Saïd El Mala am Samstag zurückgehen, der eine gute Aktion hatte und ebenfalls eine Note 2 bekommen hat. Ich finde einfach, das ist übertrieben. Das wird den anderen Spielern auch nicht gerecht“, moniert der Europameister von 1996. Einen direkten Vergleich der beiden Talente lehnt er jedoch ab: „Ich weiß gar nicht, ob man die beiden so vergleichen kann. Der eine spielt beim FC Bayern, der andere beim 1. FC Köln – ohne Köln abwerten zu wollen.“

Die unterschiedlichen Rahmenbedingungen erkennt Basler durchaus: „Ich glaube, dass du als Lennart Karl beim FC Bayern größere Möglichkeiten hast. Du hast bessere Mitspieler, du lernst mehr, du musst dich dort mehr durchsetzen als beim 1. FC Köln.“ Dennoch warnt er vor vorschnellen Schlüssen und überzogenen Erwartungen.

Auch bei der heiß diskutierten Frage nach einer möglichen DFB-Nominierung für Karl bleibt Basler realistisch. „Ich würde abwarten, was passiert. Es ist noch ein halbes Jahr bis zur WM“, erklärt er pragmatisch. Letztlich werde es „von der Form abhängig sein“.

Dennoch räumt Basler ein: „Ich glaube, bei dem Hype, der um ihn gemacht wird, wird man ihn mitnehmen.“ Am Ende bleibt der ehemalige Nationalspieler bei seiner grundsätzlichen Einschätzung: Karl sei „ein großes Talent“, aber der Rummel um ihn sei schlichtweg „übertrieben“.

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