Leroy Sané glänzt im Istanbuler Derby für Galatasaray
Leroy Sané sah sich nach seinem Wechsel vom FC Bayern München zu Galatasaray Istanbul zuletzt heftiger Kritik ausgesetzt. Im Istanbuler Lokalderby stellte er jedoch seine sportlichen Qualitäten unter Beweis.
Sané hatte den Wechsel zum amtierenden türkischen Meister Galatasaray nicht nur aus sportlichen Gründen vollzogen, sondern auch, um den ständigen Negativschlagzeilen in Deutschland zu entkommen. Nach einem enttäuschenden Saisonstart, der den hohen Erwartungen nicht gerecht wurde, fand er sich im überraschenden 1:0-Sieg in der Champions League gegen den klaren Favoriten FC Liverpool 90 Minuten lang auf der Bank wieder.
Als er sich am letzten Oktoberfest-Wochenende mit Freunden vom FC Bayern feierte, wurde er von einigen Fans provoziert, was zu einer eskalierenden Situation führte. Bundestrainer Julian Nagelsmann, unter dem Sané in der letzten Saison Stammspieler war, berücksichtigte den 29-Jährigen seit seinem Wechsel an den Bosporus nicht mehr. Obwohl Galatasaray in der türkischen Süper Lig ähnlich souverän wie der FC Bayern in der Bundesliga an der Tabellenspitze steht, schien Nagelsmann mit Sanés Beitrag (ein Tor in der Liga) unzufrieden zu sein.
Doch das könnte sich nun ändern. Im Stadtduell gegen Başakşehir, den Lieblingsverein von Staatschef Erdogan, war Sané der Matchwinner für Galatasaray, indem er zwei Tore zum 2:1 (1:0) Sieg beisteuerte. Der ehemalige deutsche Nationalspieler Ilkay Gündogan, Sanés langjähriger Weggefährte in der DFB-Auswahl, war der Vorlagengeber für beide Treffer. Sané traf zunächst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit und erzielte dann in der 61. Minute sein zweites Tor.
Für den ehemaligen Bayern-Spieler waren es die Pflichtspieltore zwei und drei im Trikot von Galatasaray. Nach einem eher durchwachsenen Start könnte dieser Derby-Doppelpack auch für seine Situation in der Nationalmannschaft von Bedeutung sein. Bestätigt Sané seine Leistung in den kommenden Spielen, könnte es für Nagelsmann schwer werden, ihn weiterhin zu ignorieren, insbesondere da zahlreiche Offensivkräfte in den WM-Qualifikationsspielen ausfallen (Jamal Musiala, Kai Havertz, Tim Kleindienst) und Florian Wirtz derzeit außer Form ist.