Leroy Sané: Herausforderungen bei Galatasaray Istanbul

Leroy Sané: Herausforderungen bei Galatasaray Istanbul

In einem überraschenden Schritt verließ Leroy Sané im Sommer den FC Bayern München und schloss sich Galatasaray Istanbul an. Diese Entscheidung könnte sich als großer Fehler herausstellen.

Der deutsche Nationalspieler war fünf Jahre lang für den FC Bayern aktiv. Trotz seines außergewöhnlichen Talents und mehrerer herausragender Leistungen war er nie unumstritten. Die Kritik kam weniger von seinen Teamkollegen und Trainern, sondern vielmehr von Medien und Fans des Rekordmeisters.

Der Wechsel des 29-Jährigen war nicht nur finanziell motiviert, sondern auch von dem Wunsch nach öffentlicher Wertschätzung geprägt. Diese schien ihm bereits bei seinem ersten Besuch in der türkischen Metropole zuteil zu werden, als er am Flughafen von tausenden Gala-Fans enthusiastisch empfangen wurde – ein Erlebnis, das er aus München nicht kannte. Dennoch fiel ihm der Abschied von seinem Verein, seinen Mitspielern und dem Trainerteam sichtlich schwer.

Nach drei Monaten in Istanbul wird Sané nun von der Vergangenheit eingeholt. Obwohl der amtierende Meister mit sieben Siegen hervorragend in die türkische Süper Lig Saison gestartet ist, warten die Erwartungen an Sané auf eine Erfüllung. Mit lediglich einem Tor und einem Assist hat er diese bislang nicht erfüllt. Eine weitere Torvorlage lieferte er beim Champions-League-Auftakt gegen Eintracht Frankfurt.

Nach dieser Partie musste er jedoch mit seinem Team eine 1:5-Niederlage hinnehmen. Obwohl die katastrophalen Abwehrfehler die Hauptursache waren, wurde auch Sané als Sündenbock herangezogen.

Als Galatasaray am zweiten Champions-League-Spieltag sensationell den englischen Meister und Titelanwärter Liverpool mit 1:0 besiegte, verbrachte Sané die gesamte Partie auf der Bank. Sein Teamkollege Ilkay Gündogan, mit dem er bereits bei Manchester City und in der Nationalmannschaft zusammengespielt hat, äußerte sich nach dem Spiel zur Situation von Sané.

„Ich möchte Leroy nicht verteidigen. Er weiß selbst, dass er noch viel Potenzial hat und was er besser machen muss. Wir sprechen viel darüber, und er versteht es und arbeitet daran. Das sieht man“, sagte Gündogan.

Er bat darum, Sané nicht nur an Toren zu messen: „Am Ende ist er auch ein Spieler, der sich für die Mannschaft opfert. Oft wird übersehen, wie hart er auch defensiv arbeitet und wie viele Sprints er macht. Das ist für einen Spieler seines Status nicht selbstverständlich. Für mich ist es wichtiger zu sehen, dass er diese aufopferungsvolle Bereitschaft hat, als dass er Tore schießt oder Assists gibt.“

Die Aussagen des ehemaligen Mannschaftskapitäns der deutschen Nationalmannschaft erinnern stark an die Kommentare seiner Kollegen und Trainer beim FC Bayern. Immer wieder wurde Sanés Charakter, sein Einsatzwille und seine Bereitschaft, auch lange Laufwege in der Defensive zu gehen, gelobt.

Die Öffentlichkeit hingegen neigt dazu, seine Mimik und Gesten zu interpretieren und zu missdeuten. Sané war, ist und bleibt ein hochsensibler Spieler. Es mangelte ihm nie am (Einsatz-)Willen, sondern oft am Selbstvertrauen, insbesondere wenn die ersten Spielaktionen misslungen. Seine bemerkenswerte Technik, Schnelligkeit und Kondition ermöglichten ihm häufig Chancen, die dann jedoch medial aufbereitet und kritisch betrachtet wurden, was ihn in München zunehmend belastete.

Seine Flucht aus der Bundesliga – seine letzte Halbserie beim FC Bayern war eine seiner besten – scheint sich immer mehr als Fehler herauszustellen. Bei seinen Mitspielern, Trainer Kompany und der sportlichen Leitung genießt er hohes Ansehen und hat zunehmend an Selbstvertrauen gewonnen, während sich seine Leistungen auf einem hohen Niveau stabilisieren. In Istanbul muss er nun erneut durchstarten, doch auch seine Teamkollegen erkennen seinen unbedingten Willen.

Topics

Related news