Leroy Sané und die WM-Nominierung: Ein Dilemma für Bundestrainer Nagelsmann

Leroy Sané und die WM-Nominierung: Ein Dilemma für Bundestrainer Nagelsmann

Leroy Sané hat die Erwartungen von Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht erfüllt, doch vieles deutet darauf hin, dass er dennoch für die Fußball-Weltmeisterschaft nominiert wird. Kann der Bundestrainer diese Entscheidung rechtfertigen?

In Istanbul ist die Beziehung zwischen Leroy Sané und der deutschen Nationalmannschaft von Höhen und Tiefen geprägt. Kurz vor der Nominierung für die WM spitzt sich die Diskussion erneut zu. Nagelsmann hatte dem Spieler klare Vorgaben gemacht, die Sané jedoch nicht vollständig umsetzen konnte. Trotz dieser Umstände scheint der 30-Jährige auf dem Weg in den WM-Kader für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko zu sein.

Als Sané im Sommer 2025 den FC Bayern München verließ und zu Galatasaray Istanbul wechselte, äußerte Nagelsmann unmissverständlich seine Erwartungen: „Er spielt jetzt in einer Liga, die einen Tick schlechter ist als die Bundesliga oder andere europäische Top-Ligen. Ich finde, dass er dort mehr auffallen muss.“ Daher ließ der Bundestrainer Sané zunächst aus dem Kader für die ersten WM-Qualifikationsspiele im September.

„Ich benötige eine gewisse Quote - und die hat er in den ersten drei, vier Spielen noch nicht erreicht“, erklärte Nagelsmann damals weiter. „Wenn du nicht in einer der fünf großen Ligen spielst, muss deine Quote entsprechend besser sein. Da ist er gefordert.“ Die Erwartungen waren klar, jedoch blieb die Umsetzung hinter den Erwartungen zurück.

In der laufenden Saison erzielte Sané für Galatasaray lediglich 16 Scorerpunkte (sieben Tore, neun Assists). Im Jahr 2026 waren es sogar nur vier (ein Tor, drei Assists) – eine Bilanz, die für einen Spieler seiner Klasse unzureichend ist. Obwohl Nagelsmann ihn im November 2025 nach starken Leistungen in der Champions League und der Süper Lig zurück ins DFB-Team holte, blieb die geforderte Konstanz aus. In entscheidenden Spielen sitzt Sané manchmal auf der Bank.

Nagelsmann sendete im März 2026 eine deutliche Botschaft: „Die Tür ist für niemanden geschlossen, der nicht dabei ist, aber für die, die dabei sind, nicht dauerhaft offen. Man muss das bestätigen.“ Auch Sané müsse sein Niveau regelmäßig abrufen. Diese Worte klangen nicht nach einer Nominierungsgarantie, sondern eher nach einem letzten Warnsignal.

Dennoch erkennt Nagelsmann Sanés Qualitäten an: „Wir haben nicht viele Spieler, die oft ins Zentrum gehen vom rechten Flügel. Wenn die Gesundheit mitspielt, kann er für uns ein ganz wichtiger Spieler sein.“ Dies klingt nach Überzeugung, jedoch auch nach Vorbehalt. Nagelsmann räumte ein: „So ehrlich sind wir: Wir wissen bei ihm nie zu 100 Prozent, was am Ende auf den Platz kommt.“ Sané bleibt also eine Wundertüte, kurz vor der WM.

Abdullah Kavukcu, Vizepräsident von Galatasaray, sieht das naturgemäß anders: „Er muss Stammspieler bei der WM sein“, forderte er öffentlich von Nagelsmann. Laut Vereinsführung spricht Sané seit seiner Ankunft in Istanbul ausschließlich über die WM. Der Wille ist vorhanden, die Leistungen waren jedoch nicht immer überzeugend.

Die entscheidende Frage, die Nagelsmann am 21. Mai beantworten muss, lautet: Vertraut er dem Potenzial eines Spielers mit über 70 Länderspielen (16 Tore) oder zieht er die Konsequenzen aus einer Saison, die hinter den eigenen Ansprüchen zurückblieb? Sollte Sané nominiert werden und sich in den USA als Schlüsselspieler beweisen, könnte Nagelsmann recht behalten. Andernfalls werden Fans und Experten sagen: „Das haben wir schon im Mai gewusst.“

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