Lothar Matthäus: Die Erinnerungen an seine Zeit in Gladbach

Lothar Matthäus: Die Erinnerungen an seine Zeit in Gladbach

Lothar Matthäus hat sich als einer der herausragendsten deutschen Fußballer einen Namen gemacht. Eine seiner prägendsten Erfahrungen hatte er jedoch bei Borussia Mönchengladbach.

Mönchengladbach – Mit insgesamt 19 Titeln, als Welt- und Europameister, Weltfußballer des Jahres und als deutscher Rekordnationalspieler könnte die Karriere von Lothar Matthäus kaum erfolgreicher verlaufen sein. Bei Bayern München und Inter Mailand erreichte er Legendenstatus, doch seine Laufbahn begann bei Borussia Mönchengladbach.

Als Fan der Borussia wuchs Matthäus auf, geprägt von den glorreichen 1970er-Jahren, in denen die Mannschaft fünf deutsche Meisterschaften sowie zwei DFB-Pokal- und UEFA-Cup-Titel gewann. 1979 wechselte er aus dem beschaulichen Herzogenaurach an den Niederrhein und absolvierte bis 1984 genau 200 Pflichtspiele für die Fohlen-Elf.

Ein Spieler seines Kalibers hätte eigentlich in die Jahrhundert-Elf gewählt werden müssen, die unter anderem auch Günter Netzer, Jupp Heynckes, Berti Vogts, Wolfgang Kleff, Stefan Effenberg und Allan Simonsen umfasst. Doch Matthäus fehlt in dieser Liste. In der Sky-Dokumentation „Mythos Borussia – Eine Legende wird 125“ nennt er dafür drei Gründe.

„Erstens hatte ich keine Erfolge, zweitens war ich nur fünf Jahre bei Borussia und drittens habe ich in meinem letzten Spiel im DFB-Pokal-Finale gegen Bayern München den Elfmeter verschossen“, erklärt Matthäus. Während die ersten beiden Argumente für die Fans wohl zu akzeptieren wären, bleibt der Fehlschuss gegen den FC Bayern das dunkelste Kapitel seiner erfolgreichen Karriere.

Der Transfer zu den Bayern, die in den 1970er-Jahren der größte Titelkonkurrent von Borussia waren, war bereits fest vereinbart. Matthäus trat als erster Schütze an und scheiterte, ebenso wie Norbert Ringels. Ein häufig geäußerter Vorwurf lautete, er habe absichtlich verschossen, um dem FC Bayern einen Titel zu sichern.

Später wurde Matthäus von Gladbach-Fans als „Judas“ beschimpft. „Das ist eine Geschichte, die ich gerne aus meinem Leben streichen würde“, blickt Matthäus zurück. „Die Mönchengladbacher Fans waren wirklich wütend auf mich.“ Plötzlich war er der Buhmann des Vereins, obwohl er ursprünglich nicht einmal den Elfmeter schießen wollte.

„Ich kann es noch einmal sagen, ich habe den Elfmeter ganz sicher nicht absichtlich verschossen, weil ich zum FC Bayern gewechselt bin“, betont Matthäus und fügt hinzu: „Ich war der große Verlierer an diesem Tag. Ich wünsche nicht einmal meinem größten Feind, dass er so eine Situation erlebt.“

Immerhin ist Matthäus nicht der einzige Gladbacher Profi, dem ein solches Missgeschick widerfahren ist. Im DFB-Pokal-Halbfinale der Saison 2011/12 trafen die Fohlen erneut auf den FC Bayern, und wieder ging es ins Elfmeterschießen – diesmal verschoss Innenverteidiger Dante, der wenige Wochen später nach München wechselte. Borussia zog den Kürzeren, während Bayern im späteren Finale Borussia Dortmund mit 2:5 unterlag.

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