Borussia Mönchengladbach: Fragen zur Startelf vor dem DFB-Pokal

Borussia Mönchengladbach: Fragen zur Startelf vor dem DFB-Pokal

Eine mögliche Startelf von Borussia Mönchengladbach zeichnet sich zunehmend ab, dennoch gibt es einige offene Fragen, die Trainer Gerardo Seoane klären muss.

Mönchengladbach – Seit dem Saisonauftakt gegen Erzgebirge Aue am 18. Juli hat Borussia Mönchengladbach insgesamt sechs Testspiele absolviert. Den Abschluss bildete ein Doppelpack gegen den FC Brentford, wobei die zweite Partie am Samstag hinter verschlossenen Türen stattfand. Die Bilanz fällt mit vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage positiv aus.

Obwohl die Ergebnisse wenig über den Verlauf der Vorbereitung aussagen, ist ein Blick auf die Aufstellungen vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal gegen Atlas Delmenhorst (Sonntag, 15.30 Uhr) durchaus sinnvoll. Die Frage steht im Raum, welche Startelf den Weg in die zweite Pokalrunde ebnen soll.

Da das Pokalspiel auch als Generalprobe für den Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV am 24. August (17.30 Uhr) dient, wäre es nicht überraschend, wenn die Startelf gegen Delmenhorst auch im Heimspiel gegen den Aufsteiger von der Elbe zum Einsatz kommt. In diesem Zusammenhang hat Trainer Gerardo Seoane vier zentrale Fragen zu beantworten.

Im Tor wartet Seoane weiterhin auf eine Entscheidung. Bleibt Moritz Nicolas die Nummer eins oder erhält Jonas Omlin eine neue Chance? Beide Torhüter haben in der Vorbereitung Spielzeit erhalten, wobei Nicolas in den Spielen gegen Metalist Charkiw, den FC Valencia und im ersten Test gegen Brentford von Beginn an spielte.

Nicolas hat sich erfolgreich von seiner Adduktorenverletzung im Februar erholt und zeigte spätestens gegen Brentford sein gewohnt starkes Niveau. Der Fehlpass vor dem zwischenzeitlichen 1:2 war bitter, sollte jedoch nicht über das Torwart-Duell entscheiden. Omlin bringt als Führungsspieler Vorteile mit, jedoch bleibt seine Verletzungsanfälligkeit ein großes Manko.

Das Duell um die Position des Linksverteidigers erscheint offener als erwartet. In der vergangenen Saison überholte Lukas Ullrich seinen Konkurrenten Luca Netz, der nach einer Verletzung im Oktober 2024 kaum Fuß fassen konnte. Da Ullrich aufgrund der U21-Europameisterschaft verspätet in die Vorbereitung einstieg, erhielt Netz bisher viele Spielanteile und könnte zum Saisonstart zurückschlagen.

Netz hat Defizite in einer Viererkette, was offensichtlich ist. Eine Möglichkeit, diese Schwächen zu kaschieren, wäre die Umstellung auf eine Dreierkette im Spielaufbau, wobei Netz weit auf den linken Flügel schiebt. Da Robin Hack häufig nach innen zieht, hätte der gebürtige Berliner genügend Raum, um seine Offensivqualitäten auszuspielen. Das Duell mit Ullrich bleibt spannend, wobei letzterer im Falle eines Falles die Möglichkeit hätte, zu kontern.

Gegen Valencia begannen Rocco Reitz und Philipp Sander auf der Doppelsechs, während Julian Weigl gegen Brentford hinzukam. Ist dies ein erster Fingerzeig? Weigl gilt nicht mehr als unantastbar, bleibt jedoch aufgrund seiner Erfahrung und Spielkontrolle ein wichtiger Faktor für Seoane. Sander bringt zudem Qualitäten im Spiel gegen den Ball mit und ist ein stabilisierender Faktor im Zentrum.

Bleibt es beim 4-2-3-1, stellt sich die Frage nach der Besetzung des Mittelfelds als die spannendste. Auch Jens Castrop, Oscar Fraulo und Florian Neuhaus hoffen auf eine Chance. Allerdings dürfte Reitz gesetzt sein, da sein Gesamtpaket für Mannschaft und Verein von großer Bedeutung ist – wer an seiner Seite spielen wird, bleibt jedoch ungewiss.

In der Offensive sind die Rollen weitestgehend verteilt. Franck Honorat und Robin Hack beginnen auf den Außenbahnen, wobei unklar bleibt, wann Hack wieder bei 100 Prozent sein wird. Zudem wird Haris Tabaković die Sturmspitze übernehmen. Auf der Zehn ist Kevin Stöger vorerst die Nummer eins, jedoch gibt es mit Shuto Machino einen neuen Konkurrenten.

Der Neuzugang von Holstein Kiel hat einen schwierigen Start bei Borussia, da er aufgrund von Wadenproblemen noch nicht mit der Mannschaft trainiert hat. In der vergangenen Woche feierte Machino seine Premiere auf dem Trainingsplatz und absolvierte einige Läufe vor den Augen der Zuschauer. Die Frage bleibt, wann er fit wird und wann er Gladbach mit seinen Fähigkeiten unterstützen kann.

Im Hinblick auf die Abwehr könnten ebenfalls Veränderungen anstehen. Die sportlichen Verantwortlichen müssen klären, ob ein direkter Ersatz für den zu Ajax Amsterdam abgewanderten Ko Itakura verpflichtet wird oder ob ein Rechtsverteidiger geholt wird. Entscheidend dafür ist, wie Gerardo Seoane mit Kevin Diks plant, der beide Positionen ausfüllen kann.

Sollte sich der Trainer zu Beginn der Woche auf eine Anfangself gegen Delmenhorst festlegen müssen, könnte diese wie folgt aussehen: Nicolas – Scally, Elvedi, Diks, Netz – Reitz, Weigl – Honorat, Stöger, Hack – Tabaković. Solange der Konkurrenzkampf auf der linken Abwehrseite und im zentralen Mittelfeld anhält, könnte es jedoch zu Abweichungen kommen.

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