Lukas Podolski über Deniz Undav und Teamgeist bei der WM

Lukas Podolski über Deniz Undav und Teamgeist bei der WM

Deniz Undav findet sich beim DFB trotz herausragender Leistungen oft nur in der Jokerrolle wieder, ähnlich wie es Lukas Podolski 2014 erging.

München – Lukas Podolski, der viele Jahre für die deutsche Nationalmannschaft spielte, beendete nach seinem Abschiedsspiel 2017 und einem Traumtor nun auch seine Profikarriere auf Vereinsebene. Der mittlerweile 41-Jährige hat nun Zeit, um das DFB-Team bei der laufenden WM in Nordamerika zu unterstützen. Vor knapp zwölf Jahren wurde Podolski mit der deutschen Mannschaft Weltmeister.

Obwohl Podolski 2014 in Brasilien nur 53 Minuten auf dem Platz stand, bezeichnete ihn Ex-Bundestrainer Joachim Löw im Kicker als „absolut vorbildlich“. Podolski motivierte seine Mitspieler als „zwölfter Mann“ und stellte das Team stets über sich selbst. Löw lobte ihn als „echten Führungsspieler“ dank seiner mitreißenden Art.

In einem Interview mit T-Online äußerte Podolski seine Gedanken zum Aufgebot von DFB-Coach Julian Nagelsmann: „Es gibt keinen zweiten Podolski mehr“, scherzte er. Dennoch sieht er in Undavs lockerer Art eine gewisse Ähnlichkeit: „Er bringt Humor und Leichtigkeit ins Team. Das ist wichtig, unabhängig davon, ob er spielt oder nicht. Eine WM gewinnt man nicht nur mit der ersten Elf, sondern auch mit den Spielern, die nachkommen.“

Der VfB-Stürmer wurde beim 7:1-Sieg gegen Curacao erst nach etwas mehr als einer Stunde eingewechselt, konnte jedoch mit zwei Vorlagen und einem eigenen Treffer glänzen. „Wir haben zu meiner Zeit immer gesagt: Auch das Team hinter dem Team ist extrem wichtig. Ob das der Koch, der Busfahrer oder die Physios sind – jeder gehört dazu“, erklärte Podolski.

„Wenn du Leute hast, die Spaß und Humor mitbringen und Energie in die Mannschaft bringen, ist das enorm wertvoll, besonders für viele, die ihre erste WM erleben.“ So auch für Deniz Undav, der relativ spät im Profifußball angekommen ist. Podolski merkte an: „Miro Klose ist einen ähnlichen Weg gegangen. Die Lockerheit hängt jedoch nicht davon ab; es kommt mehr auf deinen Charakter an: Entweder du bist ein Typ, der das hat, oder nicht.“

Authentizität ist das Schlüsselwort. „Bei Deniz ist das nicht gestellt oder irgendwie dahingesagt. Er ist einfach so. Damit gibt er dem Team etwas und tut der Nationalmannschaft gut“, ist Podolski überzeugt. „Es ist wichtig, verschiedene Typen im Team zu haben, Teamgeist zu entwickeln und mit der Einstellung hinauszugehen: ‚Jungs, jetzt ist es soweit, jetzt packen wir das Ding.‘ Eine gewisse Leichtigkeit, Humor und Energie sind entscheidend.“

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