Maccabi Tel Aviv in Stuttgart: Sport und politische Spannungen
Beim Aufeinandertreffen von Maccabi Tel Aviv und dem VfB Stuttgart geht es nicht nur um Fußball. Der Nahostkonflikt spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle rund um diese Begegnung.
In Stuttgart ist klar, dass die Rahmenbedingungen für das Spiel anders sind als gewohnt. Wenn das israelische Team spielt, steht der Sport oft im Kontext des Nahostkonflikts. Zudem ist die Fangemeinde von Maccabi Tel Aviv für mögliche Ausschreitungen bekannt.
Die Polizei rechnet mit 200 bis 300 Anhängern, auf die besonders geachtet werden soll, wie Polizeisprecher Timo Brenner gegenüber Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, erklärte. Es sei jedoch schwierig abzuschätzen, wie viele von ihnen als gewaltbereit gelten.
Insgesamt werden etwa 2000 Maccabi-Anhänger erwartet, was deutlich weniger ist als die maximal möglichen 2900. Der Ticketverkauf hatte erst am vergangenen Donnerstag (2. Dezember) begonnen, und das Interesse war begrenzt. Wie die Fans aus Rotterdam werden sich die Maccabi-Anhänger vor dem Spiel im Biergarten im Schlossgarten versammeln.
Ein Fanmarsch wird es jedoch nicht geben. Stattdessen sind mehrere Proteste und Solidaritätsbekundungen rund um das Spiel geplant. Bereits am Mittwoch um 18 Uhr wird am Rotebühlplatz eine pro-palästinensische Demonstration erwartet, bei der etwa 500 Teilnehmer prognostiziert werden.
„Rassistische Fußballfans in Stuttgart? Nicht ohne Widerstand!“, ruft das Offene Treffen gegen Krieg und Militarisierung (OTKM) zu Protesten auf. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Region Stuttgart e.V. plant am Donnerstag um 15 Uhr eine Solidaritätsbekundung mit dem Motto: „Fair Play auf und neben dem Platz. Die Punkte bleiben daheim, der Antisemitismus bleibt draußen!“
Am Spieltag sollten die VfB-Fans besondere Hinweise beachten. Sie werden gebeten, spätestens um 17:15 Uhr am Stadion zu sein, um rechtzeitig zur Partie am Platz zu sein. Zudem wird es einen umfassenden Einsatz von Metalldetektoren geben. Das Mitführen von Taschen, Rucksäcken, Handtaschen und Bauchtaschen jeglicher Art ist untersagt, teilte der VfB mit.
Auch für Journalisten gelten besondere Regeln. Arbeitsmaterialien wie Laptops sollten „idealerweise in Einwegtüten zum Akkreditierungsschalter“ gebracht werden. Beim Eintritt ins Stadion wird die Einwegtüte gegen eine durchsichtige Plastiktüte ausgetauscht.