Manuel Neuer kehrt als Nummer 1 zur WM zurück
Manuel Neuer wird als deutsche Nummer 1 bei der kommenden Weltmeisterschaft eingesetzt. Diese Entscheidung sorgt für Kontroversen, insbesondere bei einem ehemaligen Nationaltorhüter, der kein Verständnis dafür aufbringt.
Winston-Salem – Die Rückkehr von Manuel Neuer in die Nationalmannschaft im Alter von 40 Jahren ist ein Thema, das seit Wochen für Diskussionen sorgt. Er wird das Tor der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, den USA und Mexiko hüten. Für Oliver Baumann, der in der Qualifikation starke Leistungen gezeigt hat, bedeutet dies jedoch das Nachsehen. Diese seltsame Situation beschäftigt nicht nur den Hoffenheimer Schlussmann, sondern auch den ehemaligen Nationaltorhüter Uli Stein.
Der 71-Jährige äußerte in einer Kolumne im kicker scharfe Kritik an der Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Sein Hauptkritikpunkt ist die Art und Weise, wie Nagelsmann die Entscheidung kommuniziert hat. Stein erklärte, dass er an Baumanns Stelle einfach „nicht mitgeflogen“ wäre, um ein klares Signal zu setzen, wie wenig Verständnis er für die Degradierung des ehemaligen Stammkeepers hat.
Stein ist der Ansicht, dass Manuel Neuer nicht mehr auf dem Niveau der Weltklasse spielt. „Im Tor sehe ich diese Strahlkraft und Extraklasse schon länger nicht mehr“, so Stein. Bereits bei der WM 2022 in Katar sei die Leistung des Bayern-Keepers „objektiv nicht mehr top gewesen“. Auch die Heim-EM habe keine Trendwende gebracht. Hinzu kommen in den letzten zwei Jahren häufige Verletzungen, fehlende Spielpraxis und kaum nennenswerte Höhepunkte, abgesehen von den Champions-League-Duellen gegen Real Madrid.
„Stattdessen gab es viele unglückliche Aktionen und Gegentore, fehlende Dynamik und Explosivität, etwas kaschiert vielleicht durch seine stets ruhige Körpersprache“, lautet das vernichtende Urteil des ehemaligen Nationalspielers. Stein merkt jedoch an, dass Neuer abseits des rein Sportlichen einen enormen Wert für das Team haben kann – als erfahrene Führungspersönlichkeit, die „in kritischen Phasen des Turniers positiv auf Prozesse einwirken kann“.
Sein Fazit bleibt jedoch: „Sportlich – und im Grunde auch medizinisch – ist diese Rückkehr insgesamt nicht nachvollziehbar. Ich sehe darin leider null Sinn.“ Eine kleine Hintertür lässt er aber offen: Sollte Deutschland erfolgreich abschneiden, wäre er, so Stein, „der letzte, der nicht sagt: Ich habe mich seinerzeit geirrt.“ Neuer muss nun unter Beweis stellen, dass er der beste deutsche Torhüter für das Turnier ist.