Marcell Jansen über Frankreichs WM-Chancen und Mbappés Entwicklung
Marcell Jansen war zu Gast in unserer Show „WM-WG“ nach dem Viertelfinaltriumph der französischen Nationalmannschaft. Der ehemalige DFB-Star äußerte sich zu den Herausforderungen, vor denen die Franzosen stehen, und beleuchtete die Entwicklung von Kylian Mbappé.
München – Die heiße Phase der WM hat begonnen, und ab dem Viertelfinale wird jede Partie entscheidend. In der täglichen YouTube-Show „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by Ippen Media) sprach Marcell Jansen über die potenziellen Probleme der Franzosen, den DFB-Trainersuchprozess sowie einen Vergleich zwischen der aktuellen spanischen Nationalmannschaft und dem Weltmeisterteam von 2010.
Zur französischen Nationalelf sagte er: „Was sie extrem gefährlich macht, ist ihre herausragende individuelle Qualität. Wenn sie als Mannschaft harmonieren, wird es schwierig, sie zu stoppen. Besonders die Spieler von Paris St. Germain bringen eine Mentalität mit, die das Team defensiv und offensiv stärkt.“
In Bezug auf Frankreichs Chancen auf den WM-Titel äußerte Jansen: „Die entscheidende Frage ist, ob sie als Team die letzten Prozentpunkte abrufen können, um Weltmeister zu werden. Qualitativ sollten sie es schaffen, aber mein Bauchgefühl sagt mir noch nicht, dass sie mit Sicherheit Weltmeister werden.“
Über Kylian Mbappé meinte Jansen: „Er muss sich weiterentwickeln, um die Mannschaft zu führen und als Superstar zu zeigen, dass er bereit ist, auch defensiv zu arbeiten, um das Spiel zu gewinnen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Erfolge erst nach seinem Wechsel von Paris St. Germain kamen.“
Zu den Problemen der deutschen Mannschaft erklärte er: „Jeder Gegner, der gegen uns spielt, hat das Gefühl, dass sie Tore erzielen können. Spanien, Frankreich, Argentinien und England spielen kompakten Fußball – genau das haben wir etwas verloren: diese Kompaktheit und das Gefühl, dass man gegen die Deutschen schwer Tore schießt.“
Zur Trainersuche des DFB äußerte er: „Ich hätte mir gewünscht, dass auch Jürgen Klopp in den Flieger steigt und zum DFB fliegt, anstatt dass bereits vorher nur ein Kandidat feststeht. Bernd Neuendorf und Aki Watzke waren sich wahrscheinlich schon darüber im Klaren, dass es Klopp wird, und dann haben sie zu Völler gesagt: Ruf ihn doch mal an, es wäre gut, wenn ihr euch versteht. Insgesamt hätte ich mir beim DFB mehr erwartet.“
Jansen verglich die aktuelle spanische Mannschaft mit dem Weltmeisterteam von 2010: „Leider entwickelt sich das wieder in eine ähnliche Richtung. Damals waren sie in ihrer besten Phase, wir waren nur knapp dahinter. Sie waren einfach einen Tick besser. Danach gab es auch bei Spanien einen Bruch. Doch jetzt haben sie wieder Spieler mit der richtigen DNA, und der Trainer hat kein Spieler von Real Madrid mitgenommen. Er sorgt dafür, dass sie dominant spielen und als Einheit auftreten.“
Über die Zukunft der spanischen Nationalmannschaft bemerkte er: „In ihren Klubs haben sie, ob gezielt oder notgedrungen, ihre jungen Talente eingesetzt, die jetzt in der Nationalmannschaft spielen. Man sollte nicht vergessen, wie viele von ihnen in fünf, sechs, sieben oder acht Jahren im besten Fußballalter sein werden. Die Spanier sind auf jeden Fall ein Team, das man im Auge behalten sollte.“
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