Marcell Jansen über Yan Diomande und die Elfenbeinküste
München – Vor dem zweiten WM-Gruppenspiel des DFB-Teams gegen die Elfenbeinküste hat der ehemalige Nationalspieler Marcell Jansen in der Sendung „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA) die Stärken des Gegners analysiert. Jansen, der früher in der Bundesliga aktiv war, ist überzeugt, dass Deutschland es mit einer der athletisch stärksten Mannschaften des Turniers zu tun hat. Die Kombination aus körperlicher Präsenz und schnellem Umschaltspiel macht die Westafrikaner zu einem äußerst unangenehmen Gegner, den man keinesfalls unterschätzen sollte. Zudem wird das Team seine Taktik im Vergleich zum ersten WM-Spiel anpassen.
Ein Spieler, der Jansen besonders beschäftigt, ist Yan Diomande. „Die Physis und das Umschaltspiel – Diomande und auch Pepe sind unglaublich schnelle und torhungrige Spieler“, erklärt der 40-Jährige. Hinzu kommt mit Franck Kessie ein erfahrener Mittelfeldspieler, der auf höchstem Vereinsniveau überzeugt hat. Jansen ist sich daher sicher, dass die Elfenbeinküste über eine Mannschaftsqualität verfügt, die Deutschland alles abverlangen wird.
Doch wie kann man Diomande stoppen? Jansen hat eine klare Antwort: „Er ist sehr flexibel, kann mit beiden Füßen angreifen und hat keinen bestimmten Rhythmus.“ Deshalb sei Einzeldeckung keine Lösung. Stattdessen sei das taktische Kollektiv entscheidend: „Es ist wichtig, die Räume eng zu halten, Doppelungen zu schaffen und die Spieler nicht im Eins gegen Eins alleine zu lassen.“ Nur so lasse sich der 19-Jährige, der in seiner Debütsaison bei RB Leipzig überzeugen konnte, wirkungsvoll aus dem Spiel nehmen.
Die Elfenbeinküste ist jedoch mehr als nur Diomande. Jansen hebt hervor, dass die Stärke des Teams vielschichtig ist: „Ich glaube, da kommt einiges zusammen – der Weg, den sie als Mannschaft gegangen sind, ihre Physis und der Teamgeist.“ Auch die klimatischen Bedingungen könnten dem afrikanischen Team zugutekommen und die deutsche Mannschaft zusätzlich fordern, selbst wenn es in Toronto nicht so heiß ist wie in anderen WM-Städten.
Für Jansen ist das Duell daher weit mehr als ein einfaches Gruppenspiel. Es sei ein echter Stresstest für das DFB-Team und ein Hinweis darauf, „wo wir aktuell wirklich stehen“, betont er. Deutschland müsse zeigen, dass es auch gegen einen physisch überlegenen und taktisch variablen Gegner bestehen kann. Die Antwort darauf könne nur eine kollektive sein, die über individuelle Leistungen hinausgeht.