Marco Friedl: Aufbruch zur WM nach enttäuschender Saison mit Werder Bremen

Marco Friedl: Aufbruch zur WM nach enttäuschender Saison mit Werder Bremen

Nach einer enttäuschenden Saison mit Werder Bremen hat Marco Friedl die Möglichkeit, sich bei der Fußball-Weltmeisterschaft ins Rampenlicht zu spielen. Steht im Sommer ein Wechsel bevor?

Bremen – Für Marco Friedl stehen aufregende Tage bevor. Der Kapitän des SV Werder Bremen wurde erstmals für eine Weltmeisterschaft nominiert. Nach seiner Teilnahme (ohne Einsatz) an der Europameisterschaft 2021 mit der österreichischen Nationalmannschaft ist dies das zweite große Turnier für den gebürtigen Kirchbichler. "Als kleiner Junge träumt man davon, aber man weiß nie, ob es wirklich wahr wird. Es ist ein absolutes Highlight meiner Karriere, und ich bin unglaublich stolz", äußerte der 28-Jährige gegenüber den Clubmedien.

Für Friedl ist diese Nominierung besonders bedeutsam, da eine WM nicht nur als Höhepunkt für die meisten Profis gilt, sondern auch eine willkommene Abwechslung nach einer enttäuschenden Saison mit Werder Bremen darstellt. Diese Spielzeit war auch für ihn persönlich von Höhen und Tiefen geprägt.

Zur Erinnerung: Nach zahlreichen personellen Problemen, insbesondere in der Defensive, fand sich Marco Friedl im vergangenen Herbst acht Spieltage lang auf der ungeliebten Linksverteidiger-Position wieder. Sein Unmut darüber machte er sowohl intern als auch öffentlich deutlich. Ein weiterer Tiefpunkt war eine unnötige Rote Karte, die ihn das Nordderby kostete – eines der wenigen Highlights der Werder-Saison. Am letzten Spieltag gegen Borussia Dortmund (0:2) saß der Österreicher zudem zunächst nur auf der Bank.

In Fan- und Beobachterkreisen wurde dies bereits als möglicher Hinweis auf einen Sommer-Abgang interpretiert, auch wenn sich ein solcher derzeit nicht konkret abzeichnet. "Dass Marco zunächst nicht gespielt hat, hatte ausschließlich körperliche Gründe. Er hatte in den vergangenen Wochen muskuläre Probleme, hat sich aber trotzdem immer wieder zur Verfügung gestellt", erklärte Daniel Thioune, Trainer des SV Werder Bremen, nach dem Spiel gegen den BVB. "Er hatte zwar gesagt, dass er bereit war, aber wir wollten ihn etwas schützen."

Mit Blick auf eine mögliche WM-Nominierung durfte Marco Friedl daher etwas kürzertreten. Bei seinem ersten Einsatz nach der Einwechslung sah er beim ersten Gegentor nicht gut aus, was zu seiner insgesamt wechselhaften Saison passte. Trotz seiner stabilen Leistungen konnte der Kapitän jedoch keine dauerhafte Ordnung und Konstanz in sein Spiel bringen. Die schwierige Saison hat auch bei ihm merklich Spuren hinterlassen. "Wir hoffen, dass wir nächste Saison eine deutlich bessere Spielzeit absolvieren", sagte Friedl nach dem letzten Spiel. "In diesem Jahr hatten wir viele Spiele, die einfach nicht gut waren. Das müssen wir in der Pause noch einmal klar besprechen, denn dieses Jahr sind wir mit einem blauen Auge davongekommen. Daran muss sich etwas ändern."

Der Innenverteidiger des SV Werder Bremen nimmt öffentlich selten ein Blatt vor den Mund, was ihm in der Vergangenheit bereits einige Gespräche mit seinen Vorgesetzten eingebracht hat. Auch dieses Mal äußerte Marco Friedl erste Vorstellungen für den neuen Kader, der bereits einen größeren Umbruch erahnen lässt. "Wir müssen einen Mix aus guten Jungs finden, die Vollgas geben und marschieren." Ein Umstand, der in dieser Saison nicht in allen Phasen gegeben war. Deshalb sollen unter anderem Friedl und andere Führungsspieler intern mehrfach laut geworden sein. Eine Rolle, die er als Kapitän und dienstältester Werder-Profi ausfüllen muss – die Friedl allerdings wohl lieber in ruhigeren Zeiten übernommen hätte. Schließlich hatte auch er bei seiner Vertragsverlängerung im April 2025 eine andere Vorstellung davon, wohin sich der Verein entwickeln würde.

Die Tatsache, dass diese Erwartungen nicht erfüllt wurden und Werder Bremen bis fast zum Schluss um den Klassenerhalt zittern musste, nährt Zweifel daran, ob es mit Friedl dauerhaft am Osterdeich weitergeht. Bereits im Winter soll der VfL Wolfsburg beim Österreicher angeklopft haben, dessen Vertrag in Bremen nach DeichStube-Informationen noch bis Sommer 2028 läuft. Marco Friedl lehnte damals jedoch ab, da er die Mannschaft in der schwierigen Phase nicht im Stich lassen wollte. Und jetzt? "Natürlich kann ich im Fußball nie etwas ausschließen. Wenn Marco bei der WM ein entscheidendes Tor schießt, interessieren sich vielleicht plötzlich große Clubs für ihn. Aber die Entscheidung gegen Dortmund hatte nichts mit seiner Zukunft zu tun", stellte Daniel Thioune klar. "Für mich ist er auch in der nächsten Saison ein sehr wichtiger Spieler für Werder Bremen."

Obwohl durch die WM möglicherweise Bewegung in die Personalie Marco Friedl kommen könnte, deutet derzeit wenig auf einen Abschied hin. Auch seine letzten Worte vor Saisonende klangen nicht danach, als rechne er nicht mit einer Rückkehr zum SV Werder Bremen. "Es würde mich sehr freuen, eine Weltmeisterschaft spielen zu können. Danach geht es hier hoffentlich mit neuer Power weiter."

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