Marie-Louise Eta: Pionierin als Trainerin in der Bundesliga
Werder Bremens Trainer Daniel Thioune äußert sich zu Marie-Louise Etas Rolle als Cheftrainerin bei Union Berlin und erklärt, warum sie eine dauerhafte Lösung sein könnte.
Bremen – Marie-Louise Eta, die aufgrund von Verletzungen ihre Karriere als Spielerin frühzeitig beenden musste, hat nun als Interimstrainerin beim 1. FC Union Berlin einen bemerkenswerten Schritt gemacht. Mit 34 Jahren ist sie die erste Frau in der Bundesliga-Geschichte und in den obersten Ligen Europas, die diese Position einnimmt. Am kommenden Wochenende wird sie ihr Debüt an der Seitenlinie im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (Samstag, 15:30 Uhr) geben, was großes öffentliches Interesse weckt.
Daniel Thioune, Trainer von Werder Bremen, hat in dieser Saison keine Möglichkeit, Eta direkt zu begegnen, da die beiden Teams bereits gegeneinander gespielt haben. Dennoch zeigt er sich unbeeindruckt von der Aufregung um die erste weibliche Trainerin in der Bundesliga. „Für mich ist das völlig normal“, betont der 51-Jährige. „Sie ist eine hochqualifizierte Kollegin. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Es geht darum, dass sie eine gute Trainerin ist und das auch beweisen wird.“
Marie-Louise Eta hatte bereits früh in ihrer Karriere Verantwortung übernommen. Als sie 2014 als Spielerin zu Werder Bremen kam, war sie gleichzeitig für die U15-Juniorinnen zuständig. Die ehemalige Champions-League-Siegerin mit Turbine Potsdam (2010) und dreifache Deutsche Meisterin (2009 bis 2011) hat in mehr als 80 Spielen für die Bremerinnen gespielt und verabschiedete sich 2018 mit dem erfolgreichen Klassenerhalt aus dem aktiven Fußball. Ihre Trainerkarriere begann sie bei Werder, wo sie die U13 und anschließend die U14 übernahm. „Die Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum eines so großen Vereins war ein echter Traum“, sagte Eta in einem Interview.
Nachdem sie 2022 Werder Bremen endgültig verlassen hatte, arbeitete sie bereits parallel beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und arbeitete an ihrer Pro-Lizenz. Zur Saison 2023/24 wechselte sie nach Köpenick, wo sie zunächst als Co-Trainerin der A-Junioren unter dem ehemaligen Bremer Marco Grote tätig war. Im November schnupperte sie dann erstmals Bundesliga-Luft, als sie und ihr Chef das Team erfolgreich durch den Abstiegskampf führten. Ursprünglich sollte sie im kommenden Sommer die Frauenmannschaft von Union übernehmen, aber die Situation könnte sich nun ändern. Union-Sportchef Horst Heldt schloss am Montag nicht aus, dass Eta möglicherweise die dauerhafte Lösung wird, obwohl auch andere Optionen geprüft werden.
„Jetzt ist es wichtig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und gut auf das Spiel gegen Wolfsburg vorzubereiten. Aber zum jetzigen Zeitpunkt wäre es nicht sinnvoll, irgendetwas auszuschließen“, sagte Heldt. „Wir haben grundsätzlich einen Plan für die Zukunft, aber das werden wir sehen, ob wir uns darüber Gedanken machen müssen.“