Markus Krösche und die Zukunft bei Eintracht Frankfurt
Markus Krösche hat eine prägende Ära bei Eintracht Frankfurt hinter sich. Die Frage steht im Raum, ob der Sportvorstand auch über den Sommer hinaus bei den Hessen bleiben wird.
Frankfurt – „Tore des Lebens“ – so heißt das neu erschienene Buch von Lars-Wilhelm Baumgarten, der viele Jahre als Berater tätig war und unter anderem Markus Krösche betreut hat. Aus diesem Anlass nahm sich Krösche am Donnerstagabend Zeit, um an der Buchpräsentation im Airportclub am Frankfurter Flughafen teilzunehmen.
Ein Thema der Veranstaltung war auch sein Wirken bei Eintracht Frankfurt. Krösche trat im Juni 2021 als Nachfolger von Fredi Bobic in seine Position ein. „Das war für beide Seiten ein perfektes Match“, blickte Krösche zurück. Er habe einige Herausforderungen meistern und dabei als Persönlichkeit wachsen müssen. Die Erfolge, wie der Europa-League-Sieg, die zweimalige Teilnahme an der Champions League und Rekordverkäufe, überwiegen jedoch deutlich.
Auf die Frage nach seiner Zukunft zeigte sich der Sportvorstand der Hessen etwas zurückhaltend. Bleibt Krösche auch über den Sommer hinaus bei den Frankfurtern? In der Vergangenheit verwies der ehemalige Profi stets auf seinen bis 2028 laufenden Vertrag. Inzwischen hat sich jedoch der Ton geändert: „Wir haben vorhin über meine Entscheidung, zur Eintracht zu wechseln, gesprochen. Mehr muss ich zu diesem Thema nicht sagen.“
Krösche betonte: „Wir haben eine erfolgreiche Zeit zusammen. Es macht mir sehr viel Spaß, bei der Eintracht zu arbeiten.“ Der Klub hat für ihn einen besonderen Stellenwert: „Ich bin seit fünf Jahren hier. Das ist eine lange Zeit für einen Sportvorstand. Ich bin kein Frankfurter, sondern ein Zugezogener. Trotzdem habe ich eine emotionale Verbindung zu dem Klub entwickelt.“ Ein klares Bekenntnis bleibt jedoch aus, und ein Manager seiner Qualität ist auf dem Markt sehr begehrt.
Er hat die bereits hervorragende Arbeit von Bobic fortgesetzt. Unter Krösche hat die Eintracht sowohl sportlich als auch transfertechnisch bedeutende Fortschritte gemacht. Der Einzug in die Königsklasse über die Bundesliga im Mai 2025 war eine große Leistung des gesamten Vereins. Allerdings bleibt die schleppende Saison 2025/26 nicht ohne Auswirkungen auf ihn.
Die kommenden vier Wochen werden entscheidend für die Atmosphäre und die nähere Zukunft der Eintracht sein. Der siebte Rang bedeutet definitiv die Teilnahme am internationalen Geschäft. Die Qualifikation für die Conference League ist das Minimalziel, das dieser hochkarätige Kader erreichen muss. Sollte dieser Platz am Ende sogar zur Europa League führen – und damit zur Möglichkeit eines „Finales deheem“ – wäre das mehr als nur ein kleiner Erfolg für den Klub.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Gründe für die insgesamt enttäuschend verlaufene Saison genau zu analysieren. Warum haben so viele Leistungsträger ihre Form verloren? Wie konnte es geschehen, dass teure Transfers wie Elye Wahi nicht oder nur teilweise funktioniert haben? Was ist der Grund für die hohe Anzahl verletzter Spieler? Warum wirkt das Team nicht ausreichend austrainiert? Wo ist die fußballerische Identität geblieben – und wofür will man stehen? Ist Albert Riera der richtige Trainer für die Zukunft?
Eintracht Frankfurt steht erneut an einem entscheidenden Punkt. Der Traditionsverein hat in den vergangenen zehn Jahren bewiesen, dass er die richtigen Antworten auf drängende Fragen finden und die Weichen in die richtige Richtung stellen kann. Ob dies weiterhin mit Krösche an der Spitze geschieht, bleibt abzuwarten. Die Eintracht-Führung ist jedoch auf alle Eventualitäten vorbereitet.