Markus Söder kritisiert DFB-Boykott der WM 2026
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich klar und deutlich zu der Diskussion über einen möglichen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 durch die deutsche Nationalmannschaft geäußert.
In München äußerte Söder, dass der Vorschlag eines Boykotts, angestoßen vom Präsidenten des FC St. Pauli und Mitglied des DFB- und DFL-Präsidiums, Oke Göttlich, „völliger Quatsch“ sei. Der 59-Jährige sprach sich während einer Sitzung des CSU-Parteivorstands gegen einen Boykott aus, da dieser weder für die Sportler noch aus außenpolitischer Sicht sinnvoll sei. „Was soll das bringen? Abgesehen davon, dass die Fußball-WM nicht nur in den USA, sondern auch in Kanada und Mexiko stattfindet“, so Söder weiter.
Oke Göttlich hatte zuvor für einen Boykott plädiert und erklärt: „Ich frage mich wirklich, wann der Zeitpunkt ist, darüber konkret nachzudenken und zu reden. Und für mich ist dieser Zeitpunkt definitiv gekommen.“ Göttlich betonte, dass das Leben eines Profifußballers nicht mehr wert sei als das vieler Menschen, die in den aktuellen Konflikten des WM-Gastgebers bedroht oder angegriffen werden.
Der DFB-Vizepräsident riet dazu, aufgrund der gegenwärtigen Situation im Gastgeberland nicht zu reisen. Allerdings räumte er beim Neujahrsempfang der DFL in Frankfurt ein, dass sein Vorschlag in den Präsidien von DFB und DFL „kritisch“ aufgenommen wurde.
Ein Boykott der deutschen Nationalmannschaft könnte nicht nur politische, sondern auch finanzielle Konsequenzen haben. Die FIFA könnte eine Geldstrafe von bis zu 500.000 Schweizer Franken verhängen und zudem einen Ausschluss von weiteren Turnieren in Betracht ziehen. Auch das Preisgeld für den WM-Sieger, das in diesem Jahr bei 50 Millionen US-Dollar liegt, würde dem DFB entgehen.