Max Eberls Herausforderung beim FC Bayern
Die Amtszeit von Max Eberl beim FC Bayern München steht unter kritischer Beobachtung. Um langfristigen Erfolg zu sichern, sollte er einen entscheidenden Fehler vermeiden.
Seit seinem Amtsantritt im März 2024 hat Eberl bereits zahlreiche Herausforderungen mit dem FC Bayern gemeistert. In den ersten Monaten war er auf der Suche nach einem neuen Trainer und gleichzeitig mit dem Umbau des Kaders beschäftigt. Er verlängerte die Verträge von Joshua Kimmich, Jamal Musiala und Alphonso Davies, während die Diskussionen um den Abschied von Thomas Müller und den ablösefreien Wechsel von Leroy Sané für Aufregung sorgten.
Zusätzlich musste Eberl die Verpflichtung von João Palhinha im Jahr 2024 verarbeiten, die 2025 an Tottenham Hotspur abgegeben wurde. Die gescheiterten Transfers von Florian Wirtz und Nick Woltemade sowie der Verkauf von Kingsley Coman an Al-Nassr, nach dem der FC Bayern nur noch Spieler leihen wollte, verstärken das Bild eines Kuriositätenkabinetts an der Säbener Straße.
Obwohl Eberl nicht für alle Entwicklungen verantwortlich ist, diskutieren die Fans kontrovers über seine Amtszeit. Es kursieren Gerüchte, dass der Klub Eberl kritisch beobachtet und ein Rücktritt des 51-Jährigen befürchtet wurde.
Ob Eberl die erhoffte Erfolgsgeschichte schreiben wird, bleibt abzuwarten. Im Profifußball sind viele Entwicklungen unvorhersehbar, und binnen kurzer Zeit können gravierende Veränderungen eintreten. Ein Blick auf Eberls frühere Klubs zeigt jedoch, dass er in München einen Fehler vermeiden sollte.
In Mönchengladbach etablierte Eberl ein Geschäftsmodell, das auf dem Einkauf junger, entwicklungsfähiger Spieler und deren gewinnbringendem Verkauf basierte. Dieses Prinzip wurde auch in Leipzig verfolgt, wo jedoch größere finanzielle Möglichkeiten bestehen. Beim Scouting ist es entscheidend, nicht nur die fußballerischen Fähigkeiten, sondern auch den Charakter der Spieler zu berücksichtigen.
Ein Bericht der Sport Bild über Xavi Simons, den Eberl 2023 nach Leipzig geholt hat, wirft in diesem Kontext Fragen auf. Der Offensivspieler soll in der vergangenen Rückrunde mit unangemessenem Verhalten aufgefallen sein und den Spitznamen „Prinzessin“ erhalten haben. Zudem erschien er vor dem Bundesliga-Auftakt nicht zu einem Termin mit dem Ausstatter AlphaTauri, weil er angab, zum Saisonstart nicht mehr da zu sein.
Das Magazin spricht von einer „Skandal-Akte“, die mehrere Vorfälle umfasst und kein gutes Licht auf Simons wirft, der Ende August zu Tottenham gewechselt ist. Eberls vergebliche Bemühungen um einen Transfer des Youngsters im Jahr 2024 könnten rückblickend von einigen Fans als Glücksfall angesehen werden.
Simons ist jedoch kein Einzelfall. Auch Breel Embolo, den Eberl 2019 in Gladbach verpflichtete, sorgte für negative Schlagzeilen. Berichten zufolge hielt sich der Stürmer während der strengen Corona-Auflagen auf einer illegalen Party auf und floh später vor der Polizei. Eberls geplante vierwöchige Auszeit musste aufgrund dieses Skandals abrupt beendet werden.
Andere Spieler, die im Sommer 2019 verpflichtet wurden, sorgten ebenfalls für Aufsehen. Ramy Bensebaini wurde in Gladbach als Spieler beschrieben, der nur nach Lust und Laune spielt, während Marcus Thuram, der bis heute bei den Fans einen hohen Stellenwert genießt, als trainingsfaul galt. Dies führte offenbar zu Spannungen mit Jonas Omlin, der im April 2023 in einen Streit mit Thuram geriet.
Alle genannten Spieler waren talentiert, sorgten jedoch entweder abseits des Platzes für Aufregung oder zeigten mangelnde Identifikation mit dem Verein. Dies wird auch Loïs Openda nachgesagt, der 2023 nach Leipzig wechselte und in diesem Jahr den Sprung zu Juventus wagte.
Die Tatsache, dass einige Spieler Gladbach oder Leipzig als Sprungbrett betrachten und nur auf den nächsten Schritt warten, stellt einen Nachteil der Entwicklungsstrategie dar. Beim FC Bayern hingegen spielt die Identifikation eine zentrale Rolle, und das „Mia san mia“ prägt den Rekordmeister bis heute. Eberl muss den Ehrgeiz auf dem Trainingsplatz vorleben, sich in den Dienst der Mannschaft stellen und jederzeit bereit sein, um die sportlichen Ziele zu erreichen.
Bisher ist es Eberl in Zusammenarbeit mit Sportdirektor Christoph Freund gelungen, den Kader mit passenden Charakteren zu verstärken, darunter Michael Olise, Luis Díaz und Jonathan Tah. Um auch in Zukunft positive Rückmeldungen zu den Neuzugängen zu erhalten, muss Eberl die Fehler aus seinen früheren Amtszeiten vermeiden, denn für Spieler, die charakterlich nicht zum FC Bayern passen, hagelt es schnell Kritik.