Maximilian Wöber über Verletzung und Zukunft beim SV Werder Bremen
Maximilian Wöber spricht in einem Interview mit DeichStube offen über seine Verletzung, die kurzzeitigen Zweifel an seiner Profi-Karriere und seine Zukunft beim SV Werder Bremen.
Bremen – Maximilian Wöber ist für seine klare Ausdrucksweise bekannt. Der österreichische Nationalspieler, der kürzlich zum SV Werder Bremen gewechselt ist, äußert sich im Interview erstaunlich offen über die unglückliche Entstehung seiner Verletzung, seine Gedanken über das Karriereende und seine Pläne für ein Comeback. Darüber hinaus spricht der gebürtige Wiener über die bevorstehende Vaterschaft, seinen großen Traum von der Weltmeisterschaft und erklärt, warum Karim Coulibaly aus seiner Sicht eine vielversprechende Zukunft hat.
Auf die Frage, ob er sich als geduldigen Menschen beschreiben würde, antwortet Wöber: "Es kommt auf die Situation und die jeweilige Person an (lacht). Mit Kindern habe ich viel Geduld – und auch in Momenten, in denen ich mich seriös verhalten muss."
Aktuell fällt es ihm jedoch schwer, mit der Verletzungspause geduldig umzugehen: "Ich weiß, dass ich aus medizinischer Sicht nur ein gewisses Programm abspulen darf, aber insgesamt ist die jetzige Phase für mich sehr herausfordernd."
Als er die Diagnose eines Muskelabrisses erhielt, dachte er zuerst: "Das kann nicht wahr sein. Die Ärzte und Physiotherapeuten sagten mir, dass es fast unmöglich ist, dass ein Muskel durch einen Schlag so stark vorgeschädigt wird. Es ist einfach unglücklich gelaufen." Wöber hat bereits Erfahrung mit Rehabilitationsphasen und weiß, dass sie von Höhen und Tiefen geprägt sind: "Manchmal ist man hochmotiviert, dann möchte man wieder nichts mit Fußball zu tun haben. In dieser Achterbahn sitze ich gerade."
Wöber beschreibt, dass es sich ursprünglich um einen Pferdekuss handelte, der schließlich zu einem Muskelriss führte. Auf die Frage, ob aus medizinischer Sicht etwas hätte anders gemacht werden können, erklärt er: "Wir haben Ultraschall-Untersuchungen gemacht und gesehen, dass es ein heftiger Schlag war. Jeder, der schon mal einen Pferdekuss hatte, weiß, dass das zunächst unangenehm ist, aber je mehr man sich bewegt, desto besser wird es. Ich habe ein paar Tage individuell trainiert und fühlte mich gut, weshalb ich auch in Bielefeld spielte."
Er betont, dass er nicht wegen des Oberschenkels ausgewechselt wurde, sondern weil er Krämpfe spürte und auf Nummer sicher gehen wollte. Am nächsten Tag wurde die ernüchternde Diagnose gestellt: "Plötzlich fehlte mir gefühlt der halbe Muskel im Oberschenkel." Trotz dieser Rückschläge bleibt er optimistisch: "Ich hoffe, dass ich bis Mitte November wieder ins Training einsteigen kann."
In Bezug auf den Spaß am Fußball sagt Wöber: "Es geht oft um Kleinigkeiten. Wenn ich sehe, wie die Jungs freudestrahlend vom Training kommen, weiß ich, wofür ich spiele. Diese besonderen Momente erlebt man nur auf dem Fußballplatz."
Er blickt auch positiv auf die bevorstehende Vaterschaft: "Wir bekommen im Dezember unser erstes Kind. Die Vorbereitung darauf hilft mir, den Kopf freizubekommen." Seine Frau ist nach Bremen gezogen, und Wöber freut sich auf die Zeit mit seinem Sohn, der in Wien zur Welt kommen wird. "Ich freue mich unglaublich auf diese Zeit und kann es kaum erwarten."
Abschließend äußert sich Wöber zu seiner neuen Heimat Bremen: "Wir fühlen uns hier schon total heimisch. Bremen kann zwar nicht mit Wien oder Amsterdam mithalten, aber die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen machen viel aus." Er hofft, dass sie länger in Bremen bleiben können, da sie bereits eine Kita in der Nähe haben.