Merlin Polzin kritisiert Nachspielzeit nach Niederlage gegen Wolfsburg
Die 0:1-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg stellte für Merlin Polzin eine Premiere dar: Zum ersten Mal erhielt der HSV-Coach in der Bundesliga die gelbe Karte.
Hamburg – Trotz der knappen und ärgerlichen Pleite gegen Wolfsburg zeigte sich Merlin Polzin bei der anschließenden Pressekonferenz überraschend gelassen. Immer wieder betonte der Trainer, dass er mit der Leistung seines Teams zufrieden war, lediglich das Tor fehlte. Dennoch fiel sein Fazit positiv aus: „Wir haben sehr aggressiv verteidigt und waren zwingend. Das stimmt mich zuversichtlich.“
Ein Thema brachte den sonst so ruhigen HSV-Trainer jedoch aus der Fassung: die Nachspielzeit! Nach 90 Minuten zeigte die Anzeigetafel im Volksparkstadion lediglich fünf Minuten an, was Polzin als deutlich zu wenig empfand. „Ich muss aufpassen, was ich sage“, begann er vorsichtig, um dann doch deutlich zu werden. Bereits beim Gastspiel in Leipzig (1:2) hatte der HSV mit einer ähnlichen Situation zu kämpfen. Dieses Mal ließ Polzin seinem Unmut freien Lauf und erhielt dafür eine gelbe Karte. Das galt auch für Co-Trainer Loïc Favé.
Den 34-Jährigen störte insbesondere, dass Wolfsburg durch Zeitspiel den Spielfluss unterbrochen hatte, ohne dass dies in der Nachspielzeit angemessen berücksichtigt wurde. „Wir haben im Sommer viel mit den Schiedsrichtern über Nachspielzeiten gesprochen. Daher konnte ich nicht nachvollziehen, dass es trotz der Wechsel nur fünf Minuten waren“, erklärte Polzin sichtlich irritiert. Was seine unmittelbare Reaktion angeht, zeigte er sich jedoch einsichtig: „Es war aus der Emotion heraus“, erklärte Polzin. „Das sollte natürlich nicht mit einer Gelben Karte enden. Das war etwas übertrieben.“