Nachwirkungen der Ausschreitungen beim Spiel Dynamo Dresden gegen Hertha BSC
Die Ausschreitungen während des Zweitligaspiels zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC Berlin haben auch Tage später noch Auswirkungen. Die Polizeigewerkschaft sieht die Vereine in der Verantwortung.
Dresden – Die Vorfälle während des Spiels zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC Berlin sorgen weiterhin für Schlagzeilen. Am vergangenen Samstag kam es im Rudolf-Harbig-Stadion zu einem Platzsturm und gewalttätigen Auseinandersetzungen, die nicht nur Spieler und Offizielle, sondern auch zahlreiche unbeteiligte Zuschauer in Angst versetzten. Die Diskussion über die Konsequenzen für die beiden Clubs wird immer lauter.
Eine der drastischsten Forderungen lautet, Spiele unter Ausschluss der Zuschauer abzuhalten. „Wenn ein Verein nicht in der Lage ist, für Sicherheit im eigenen Stadion zu sorgen, dann dürfen solche Spiele nicht mehr vor Publikum ausgetragen werden. Ich spreche hier ganz konkret von Geisterspielen“, betonte Heiko Teggatz, Vize-Chef der Bundespolizeigewerkschaft (DPolG), gegenüber RTL/ntv.
Die Polizei konnte glücklicherweise Schlimmeres verhindern und die Situation unter Kontrolle bringen. Es bleibt jedoch die Frage, wer für Einsätze in dieser Größenordnung aufkommen soll. Aus Sicht der Polizeigewerkschaft ist es nicht gerechtfertigt, dass die Allgemeinheit die Kosten trägt.
„Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler für die Fußballchaoten zahlen muss“, so Teggatz. Er wies darauf hin, dass bei anderen Sportveranstaltungen, wie Handball oder Eishockey, die Organisatoren selbst für die Sicherheit verantwortlich sind, während im Profifußball der Staat einspringt, obwohl die Vereine Millionen an Einnahmen generieren. Teggatz bezeichnete dies als unhaltbar: „Der Steuerzahler stellt sozusagen den Polizeieinsatz zur Verfügung.“ Auch der sächsische Innenminister Armin Schuster (CDU) kritisierte die Situation.
Um die erschreckenden Bilder vom Samstagabend in der sächsischen Landeshauptstadt aufzuarbeiten, arbeitet die Polizei intensiv an der Aufklärung der Vorfälle. Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe mit dem Namen „Fahne“ untersucht mehrere Straftatbestände, darunter Landfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Zur Identifizierung aller Beteiligten werden derzeit umfangreiche Videoaufnahmen ausgewertet.