Neue Informationen zu Missbrauchsvorwürfen gegen Borussia Dortmund
Borussia Dortmund hat neue Informationen zu den Missbrauchsvorwürfen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter aus den 1990er Jahren veröffentlicht.
Im Zusammenhang mit den Vorwürfen hat der Verein klargestellt, dass er ursprünglich davon ausging, der betroffene Nachwuchsspieler sei zur Zeit der angeblichen Taten volljährig gewesen. Neueste Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass er wahrscheinlich erst 17 Jahre alt war.
Diese Information ändert jedoch nichts an der Haltung des Vereins: „Für unseren Umgang mit dem Sachverhalt war und ist das genaue Alter letztlich nicht entscheidend, da ein derartiges Verhalten für uns in jedem Fall inakzeptabel und verurteilenswert wäre“, erklärte der BVB in einer aktuellen Stellungnahme.
Die Vorfälle sollen sich in den 1990er Jahren ereignet haben. Bereits im Jahr 2010 wurde der Verein über die Vorwürfe informiert, als ein Opferanwalt sich an den damaligen Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wandte. Der beschuldigte Ex-Mitarbeiter, dessen Name nicht öffentlich bekannt ist, bestreitet die Vorwürfe vollständig, und der betroffene Spieler erstattete keine Strafanzeige.
Wegen des fehlenden Strafantrags konnte der Sachverhalt nicht weiter untersucht werden. Dennoch hat Borussia Dortmund den Fall sehr ernst genommen und eine externe Kanzlei mit der Untersuchung der Vorwürfe sowie der internen Handhabung beauftragt. Seit 2019 verfügt der Verein über ein Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt, das externe und anonyme Meldestellen sowie regelmäßige Schulungen für Trainer und Betreuer umfasst.
Im Jahr 2023 wurde Borussia Dortmund über einen weiteren Vorwurf gegen denselben ehemaligen Mitarbeiter informiert. Auch dieser Fall liegt Jahrzehnte zurück, führte jedoch dazu, dass der BVB das bestehende Beschäftigungsverhältnis mit dem Mitarbeiter sofort beendete. Der Verein betont, dass der Beschuldigte die Vorwürfe bis heute bestreitet und die Unschuldsvermutung gilt.
Die Rolle der Medien, insbesondere der Bild am Sonntag, die den Fall ohne Nennung des Beschuldigten publik gemacht hat, wirft Fragen auf, warum die Vorwürfe erst jetzt größere Aufmerksamkeit erhalten. Borussia Dortmund hat sich verpflichtet, die Vorfälle umfassend aufzuklären und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.