Nick Woltemade spricht über mentale Unterstützung und neue Ziele
Nick Woltemade hat in seiner ersten Saison in der Premier League mit Kritik und Missverständnissen zu kämpfen gehabt. Jetzt äußert sich der DFB-Stürmer offen über die mentale Unterstützung, die er in Anspruch nimmt, und plant, zur WM neu durchzustarten.
Winston-Salem – Nick Woltemade ist bekannt dafür, Dinge direkt anzusprechen. Der 24-Jährige, der nach einer durchwachsenen Saison bei Newcastle United mit einem Mentaltrainer arbeitet, verheimlicht dies nicht. Im Gegenteil: Er spricht offen darüber und erklärt, warum er die Kritik an seiner Person als teils ungerecht empfindet.
Seine Premierensaison in der Premier League begann vielversprechend mit vier Toren in den ersten fünf Ligaspielen. Doch dann folgte der Einbruch: In diesem Jahr erzielte er in der Liga nur noch ein weiteres Tor. Die darauf folgende Kritik traf ihn hart, und Woltemade ist der Meinung, dass sie nicht immer fair war. „Die Wucht der Kritik und die damit verbundene Unruhe um meine Person haben mich schon überrascht“, sagte er in einem Interview mit dem Stern vor Beginn der WM 2026.
Besonders ärgert ihn, dass er bei Newcastle auf verschiedenen Positionen eingesetzt wurde, sogar als defensiver Mittelfeldspieler, und dennoch ausschließlich an seiner Torquote gemessen wurde. Fragen zu seiner Torflaute empfand Woltemade als „falsch“ und „nicht ganz fair“. „Bei Newcastle habe ich auf anderen Positionen ausgeholfen, trotzdem wurde ich von manchen Experten weiterhin als Stürmer beurteilt“, erklärte der Mittelstürmer.
Um die schwierige Phase mental zu verarbeiten, greift Woltemade auf eine vertraute Unterstützung zurück: einen Mentaltrainer, den er noch aus seiner Zeit beim damaligen Drittligisten SV Elversberg kennt. „Wir telefonieren alle zwei oder drei Wochen miteinander, manchmal besucht er mich“, erläuterte der Nationalspieler im Stern-Interview. Diese Zusammenarbeit scheint Früchte zu tragen, insbesondere was sein Selbstbewusstsein im DFB-Trikot betrifft.
Im Nationalteam erlebt Woltemade, der seinen ersten Einkauf in Newcastle bis heute bereut, eine ganz andere Atmosphäre als im Klub. Auch wenn er zuletzt nur als Ersatzspieler eingesetzt wurde – gegen Finnland (4:0) wurde er eingewechselt, gegen die USA (2:1) kam er gar nicht zum Einsatz – fühlt er sich wertgeschätzt. „Ich bin zwar einer der Jüngeren, aber alle wissen, was sie an mir haben. Mit meinen Toren habe ich geholfen, dass wir uns für die WM qualifiziert haben. Ich bin ein geschätztes Familienmitglied“, sagte er. „Dort glauben die Leute an mich, dort fühle ich mich verstanden.“
Dieses Vertrauen könnte Woltemade bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko beflügeln. Der Stürmer plant, die Endrunde zu nutzen, um Kraft zu tanken und mit neuem Selbstvertrauen in seine zweite Premier-League-Saison bei Newcastle zu starten. Ob er dabei mehr als Stoßstürmer eingesetzt wird oder erneut als Allzweckwaffe fungieren muss, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Woltemade, um den zuletzt ein spektakuläres Comeback-Gerücht kursierte, hat aus einer schwierigen Saison gelernt und arbeitet daran, dass ihn die nächste Welle der Kritik nicht mehr so kalt erwischt.