Nico Schlotterbeck: Zukunft beim BVB und Interesse von Bayern

Nico Schlotterbeck: Zukunft beim BVB und Interesse von Bayern

Borussia Dortmund möchte Nico Schlotterbeck unbedingt halten, doch der beliebte Abwehrspieler zögert mit einer Vertragsverlängerung. Der FC Bayern München könnte dabei ein wachsames Auge auf die Situation werfen.

Dortmund – Am Samstag (18:30 Uhr, alle TV-Infos) geht Borussia Dortmund als Außenseiter in den Bundesliga-Klassiker gegen den FC Bayern. Die Fans hoffen auf ein spannendes Duell an der Tabellenspitze, denn sollte Bayern auch Dortmund besiegen, droht Langeweile. Aus Dortmund kamen zuletzt optimistische Aussagen.

„Wir wollen extrem lange an der Spitze bleiben. Die Bayern legen jede Woche vor, aber ich bin hier, um etwas zu gewinnen“, erklärte Nico Schlotterbeck. Als Abwehrchef des BVB wird er am Samstag besonders im Fokus stehen. Er muss die entfesselt agierende Bayern-Offensive in Schach halten und mit seinen langen Bällen für gefährliche Konter sorgen – und steht dabei gewissermaßen im Schaufenster.

Solange Schlotterbeck keine Entscheidung über seine Zukunft beim BVB trifft, wird jedes Spiel zur Bühne. Der Nationalspieler ist noch bis 2027 an den Verein gebunden. Dortmund steht vor der Herausforderung: Verlängerung oder im Sommer für eine hohe Ablösesumme verkaufen. Die Gerüchteküche brodelt bereits, und der FC Bayern wird als potenzieller Abnehmer gehandelt.

Lothar Matthäus spekulierte kürzlich gegenüber RTL/sport.de, dass möglicherweise bereits Kontakte zwischen Bayern und Schlotterbeck stattgefunden haben. Schlotterbeck hatte diese Spekulationen durch seine Aussagen in einer Pressekonferenz genährt, in der er erklärte, seinen Vertrag „so früh nicht“ verlängern zu wollen. Auf die Gerüchte über Bayern konnte er beim DFB-Team „eigentlich nichts sagen“.

Es ist bekannt, dass die Münchner grundsätzliches Interesse an deutschen Spitzenfußballern haben, insbesondere da Dayot Upamecano möglicherweise den Verein verlässt, was den Bedarf in der Innenverteidigung erhöht. Eine mögliche Kombination von Schlotterbeck und Jonathan Tah im Bayern-Kader könnte anvisiert werden. Doch die Bayern stehen nicht alleine da.

Auch internationale Topvereine beobachten die Situation aufmerksam. Die Bild-Zeitung berichtete kürzlich, dass der FC Liverpool Schlotterbeck als potenziellen Nachfolger für Virgil van Dijk sieht, der im nächsten Sommer 35 Jahre alt wird. Auch der FC Barcelona, unter der Leitung von Ex-Bundestrainer Hansi Flick, der Schlotterbeck 2021 in die Nationalmannschaft berief, zeigt Interesse.

Besonders interessant ist eine frühere Aussage von Schlotterbeck aus seiner Zeit beim SC Freiburg, die kürzlich in den sozialen Medien wieder aufgetaucht ist. Damals sagte er: „Ich bin kein Typ, der unbedingt in England oder Spanien spielen will. Ich wollte immer in der Bundesliga spielen, und das am liebsten beim besten Verein.“ Etwa ein halbes Jahr später unterschrieb er beim BVB.

Bereits damals sollen die Bayern versucht haben, den Abwehrspieler umzustimmen. Die Frage bleibt, ob Schlotterbecks Vorliebe für die Bundesliga im Vergleich zu England oder Spanien noch besteht. Unbestritten ist, dass er mit seinen Fähigkeiten überall eine gute Rolle spielen könnte.

Schlotterbeck steht vor einem Entscheidungsdilemma: Er ist der absolute Publikumsliebling beim BVB, wahrscheinlich der beste Spieler der Mannschaft und als Nachfolger von Emre Can designierter Kapitän. Der Familienvater, der sein Privatleben aus der Öffentlichkeit heraushält, fühlt sich in Dortmund wohl und identifiziert sich stark mit dem Verein. Dennoch hegt er auch große sportliche Ambitionen.

Am 1. Dezember wird er 26 Jahre alt, und der Status des Talents gehört der Vergangenheit an. Es beginnt die Phase, in der Profis vor allem Titel gewinnen wollen. Wie schwierig das beim BVB im Vergleich zu Bayern ist, hat Schlotterbeck in seinen dreieinhalb Jahren schmerzhaft erfahren müssen, etwa bei den Spielen gegen Mainz und Real Madrid.

Die entscheidende Frage ist, ob Schlotterbeck sich in der Lage sieht, den BVB zu Titeln zu führen, die seltener, aber möglicherweise besonders erfüllend wären, oder ob er den Weg zu einem Team wählt, in dem Titel erwartet werden. Ein Wechsel zum FC Bayern würde sicherlich das Herz der BVB-Fans treffen, ähnlich wie bei Mario Götze, Robert Lewandowski und Mats Hummels.

In Dortmund versuchen die Verantwortlichen, Gelassenheit auszustrahlen. „Es ist sein absolutes Recht, seine Zukunft mit Bedacht zu planen. Das respektieren wir auch“, sagte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken gegenüber Sport Bild zu Schlotterbeck. „Wir werden nicht in Hektik verfallen. Aber natürlich wollen wir nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten, das ist auch allen bewusst.“

Bis zur Entscheidung am Tag X kann der BVB mit Schlotterbeck Argumente für eine gemeinsame Zukunft sammeln. Ein Überraschungserfolg beim Klassiker in München wäre ein ideales Zeichen, um zu zeigen, dass Dortmund dem Rekordmeister einen echten Titelkampf liefern kann.

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