Nnamdi Collins' Challenging Debut for the National Team
Nnamdi Collins erlebte am Donnerstag in Bratislava ein schwieriges Debüt in der Nationalmannschaft. Dennoch sollte der Youngster von Eintracht Frankfurt nicht allzu enttäuscht sein.
München/Bratislava – Am Ende konnte man fast Mitleid mit ihm haben. Immer wieder marschierte Leo Sauer über den linken Flügel der Slowaken in Richtung Oliver Baumann. Eigentlich wäre es die Aufgabe von Nnamdi Collins gewesen, den 19-Jährigen zu stoppen, doch dies gelang dem Eintracht-Spieler kaum.
Auch die Unterstützung ließ zu wünschen übrig, da selbst der erfahrene Antonio Rüdiger einen katastrophalen Tag erwischte und Florian Wirtz beim ersten Gegentor ebenfalls nicht gut abschloss. In einem so fragilen Gefüge war es kaum möglich, dass Collins Sicherheit gewann. Julian Nagelsmann nahm den Rechtsverteidiger dennoch zur Halbzeit vom Platz.
Obwohl der Bundestrainer dem 21-Jährigen keinen Vorwurf machen wollte („Ich werde ihn nicht verantwortlich machen“), hätte sich Collins sicherlich ein besseres Debüt gewünscht. Es gibt jedoch einige DFB-Stars, die in der Vergangenheit ähnliche missratene Starts in ihrer Nationalmannschaftskarriere hatten.
Denken wir an Joshua Kimmich, der kurioserweise ebenfalls gegen die Slowakei sein Debüt gab. Deutschland verlor 2016 mit 1:3. „Ich erinnere mich noch gut daran“, sagte der heutige DFB-Kapitän am Mittwoch vor dem Spiel in Bratislava: „Wir haben zwei Standard-Gegentore kassiert, und beide Male war mein Gegenspieler beteiligt.“ Inzwischen hat Kimmich über 100 Länderspiele absolviert.
Sein Bayern-Teamkollege Leon Goretzka gab zwei Jahre zuvor bereits sein DFB-Debüt. Damals musste der heute 30-Jährige gegen Polen (0:0) ebenfalls zur Pause vom Platz, als ihn Joachim Löw als Rechtsaußen einsetzte. Auch das Debüt von Marc-André ter Stegen in Mai 2012, als die DFB-Auswahl mit 3:5 gegen die Schweiz verlor, bleibt in Erinnerung – damals stand die aktuell verletzte deutsche Nummer Eins im Tor.
Jérôme Boateng flog in seinem ersten Länderspiel mit Gelb-Rot vom Platz, und Thomas Müller wurde nach seinem blassen Debüt gegen Argentinien (0:1) von Diego Maradona, dem damaligen Trainer der Albiceleste, als Balljunge bezeichnet. Beide Stars wurden letztendlich Weltmeister und prägten über Jahre die DFB-Auswahl.
Diese Beispiele zeigen, dass es für Collins trotz des misslungenen Starts in der Nationalmannschaft noch eine Zukunft gibt. Ob Nagelsmann ihm am Sonntagabend in Köln gegen Nordirland (20:45 Uhr) erneut das Vertrauen schenken wird, bleibt abzuwarten, denn wirklich viele Alternativen hat der Bundestrainer auf der Rechtsverteidigerposition nicht im Kader.
Berichtet aus Bratislava: Florian Schimak