Onur Cinel über Ralf Rangnick und einen Bayern-Star

Onur Cinel über Ralf Rangnick und einen Bayern-Star

München – Onur Cinel, ein enger Vertrauter von Ralf Rangnick, der derzeit bei Bayern München im Fokus steht, äußert sich begeistert über einen Spieler des FC Bayern. Zudem spricht er ausschließlich positiv über Rangnick.

Der 40-jährige Cinel führt ein bemerkenswertes Trainerleben: Als Cheftrainer von Cercle Brügge kämpft er in der belgischen Liga um Punkte und als Co-Trainer der österreichischen Nationalmannschaft strebt er die erste WM-Qualifikation seit 1998 an. Nach elf Jahren bei Schalke, wo er 2015 mit Leroy Sané die U19-Bundesliga gewann, jongliert er zwischen diesen beiden Herausforderungen und bleibt dabei seiner Leidenschaft treu. In diesem Zusammenhang schwärmt er von einem Star des FC Bayern.

Über den Bayern-Spieler sagt Cinel: „Ich kenne Konny vom Nationalteam nur als Führungsspieler. Jetzt ist er völlig zu Recht auch bei Bayern in diese Rolle gewachsen. Seine größte Stärke ist, dass er mit seinem Willen und seiner Laufstärke sehr variabel einsetzbar ist. Er spielt als rechter und linker Verteidiger, am Flügel und im Halbraum. Bei uns hat er auch schon auf der Zehn gespielt.“

Zu seinem Doppeljob erklärt der junge Trainer: „Generell bin ich immer zu 100 Prozent entweder hier oder dort. Aber wenn ich bei Cercle einen freien Tag habe, dann mache ich auch mal etwas für das Nationalteam.“ Diese außergewöhnliche Arbeitsaufteilung könnte zwar das Privatleben belasten, doch der gebürtige Deutsche hat eine andere Perspektive entwickelt.

Für ihn ist das Nationalteam zur zweiten Familie geworden: „Einerseits ja, aber andererseits auch nein. Denn ich habe beim Nationalteam echte Freunde gefunden. Besonders mit Lars Kornetka ist eine enge Freundschaft entstanden. Auch mit Ralf und Stefan Oesen hat sich über die Zeit eine besondere Verbindung entwickelt. Wenn ich in den Länderspielpausen Zeit mit ihnen verbringen kann, fühlt sich das für mich eigentlich wie Privatleben an.“

Der Kontakt zu Ralf Rangnick begann bereits während Cinels Zeit bei Schalke: „Ralf sucht immer nach interessanten Trainer-Talenten, die vielleicht einmal seine Co-Trainer werden könnten. Zu meiner Zeit bei der U17 von Schalke hat uns mein Berater vernetzt. Zunächst hatte ich einen Anruf mit Ralf und Lars, bei dem wir uns sowohl fachlich als auch zwischenmenschlich gut verstanden haben.“ Diese erste Begegnung legte den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Die Zusammenarbeit hätte bereits früher beginnen können: „Es gab auch Überlegungen zu einer Kooperation bei Lokomotive Moskau und Manchester United. Beim österreichischen Nationalteam hat es dann geklappt.“ Bemerkenswert ist, dass Schalke die Doppelbelastung unterstützte, obwohl Cinel gerade Meister mit der U17 geworden war.

In Rangnicks Trainerteam übernimmt Cinel spezielle Aufgaben: „Grundsätzlich diskutieren wir in allen Bereichen gemeinsam. Meine Hauptverantwortung liegt aber beim Spiel mit dem Ball.“ Die Arbeitsweise des erfahrenen Trainers beeindruckt ihn nachhaltig: „Ralf gibt uns Co-Trainern viel Raum, Trainingseinheiten und Analysen selbst zu erarbeiten. Danach möchte er aber immer wissen: Wieso? Weshalb? Warum? Da fühlt man sich manchmal wie beim Fußball-Lehrer - und das meine ich absolut positiv!“

Rangnicks ganzheitlicher Ansatz geht weit über das reine Coaching hinaus: „Ralf hat das Nationalteam fußballerisch vorangebracht, eine erfolgreiche EM gespielt und steht kurz davor, die erste WM-Qualifikation seit 28 Jahren zu erreichen. Das ist die eine Seite, aber er hat beim ÖFB auch abseits des Platzes viel bewirkt, insbesondere im Nachwuchsbereich.“ Projekte wie „Trainieren mit dem Teamchef“ und Perspektivspieler-Lehrgänge zeigen diese umfassende Vision.

Trotz der Spekulationen um Bayern München blieb Rangnick seiner Linie treu: „Bayern war vor und während der EM 0,0 Thema bei uns im Trainerteam. Auf mich hat Ralf in dieser Zeit sehr klar gewirkt und so hat er sich auch entschieden. Alles andere hätte mich überrascht.“ Für Cinel und das Team war die EM 2024 besonders emotional – als Deutsche in der Heimat zu arbeiten, während sie Österreich zum Erfolg führten.

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