Ottmar Hitzfeld lehnt Angebot von Real Madrid ab
Ein Angebot von Real Madrid wird in der Regel kaum abgelehnt. Doch Ottmar Hitzfeld, der langjährige Top-Trainer, entschied sich gegen eine Zusammenarbeit mit dem spanischen Rekordmeister.
München – Was wäre gewesen, wenn Ottmar Hitzfeld in seiner Karriere auch Real Madrid als Station vermerkt hätte? Der renommierte Trainer lehnte ein Angebot aus der spanischen Hauptstadt ab. Michael Henke, der damalige Co-Trainer Hitzfelds, gab in einem Interview mit der Bild-Zeitung Einblicke in diese Entscheidung.
Henke war von 1989 bis 1998 bei Borussia Dortmund sowie von 1998 bis 2004 und erneut von 2007 bis 2008 beim FC Bayern München als Assistenztrainer tätig. Die Zusammenarbeit mit Hitzfeld war prägend, und Henke erinnert sich, dass es beinahe nicht zur ersten Amtszeit bei Bayern gekommen wäre. „Nach dem Gewinn der Champions League 1997 hatten wir auch ein Angebot von Real Madrid. Ich war begeistert!“, sagte Henke.
Der entscheidende Punkt war jedoch, dass Hitzfeld nach dem Champions-League-Titel „müde vom Trainerjob“ war, so sein ehemaliger Co-Trainer. Hitzfeld wechselte zunächst zu Borussia Dortmund in die Rolle des Sportlichen Leiters. 1998 kam dann die Anfrage aus München, die sie annahmen, erinnert sich Henke.
Bereits 2007 bestätigte Hitzfeld in einem Interview mit der Welt, dass es Angebote von Real Madrid gegeben hatte. „Ich hatte zwei Angebote von Real Madrid, eines 1997 und das andere 2004. Man muss jedoch die Sprache beherrschen. Kommunikation ist die Grundlage meiner Arbeit. Ohne Spanisch hätte das nicht gut funktioniert. Zudem war der richtige Zeitpunkt nie gegeben“, erklärte er damals.
Im Jahr 2004 lehnte Hitzfeld nicht nur Real Madrid ab, sondern auch den DFB, der ihn als Bundestrainer verpflichten wollte. „Nach sechs erfolgreichen, aber auch stressigen Jahren bei Bayern hatte ich eine Art Burnout mit leichten Depressionen, die behandelt wurden“, sagte Hitzfeld später der Bild-Zeitung.
Er gestand, dass er damals „keine Freude mehr am Fußball“ verspürte und keine „Begeisterung und Leidenschaft“ mehr wecken konnte. 2008 übernahm Hitzfeld das Traineramt der Schweizer Nationalmannschaft, das er bis 2014 innehatte. Nach der WM in Brasilien beendete er schließlich seine Trainerkarriere. Hitzfeld ist mit seiner Absage an Real Madrid jedoch nicht allein.