Philipp Lahm äußert sich zurückhaltend zu Nick Woltemade

Philipp Lahm äußert sich zurückhaltend zu Nick Woltemade

München – Nationalspieler Nick Woltemade wechselte in diesem Sommer für rund 90 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Newcastle United. Während der Stürmer bei den Länderspielen mit Pfiffen bedacht wurde, hat der 23-Jährige in England einen hervorragenden Start hingelegt und im ersten Spiel das entscheidende Tor für seinen neuen Verein erzielt. Die englische Presse lobte Woltemade, doch nicht alle Experten teilen diesen Enthusiasmus.

Zu den kritischen Stimmen gehört auch Philipp Lahm. Kurz vor Woltemades erstem Auftritt in der Premier League analysierte der Weltmeister-Kapitän von 2014 in einer Kolumne für die Zeit das sportliche Profil des jungen Stürmers. Lahm äußerte: „Die Eigentümer aus Saudi-Arabien sowie das Management des Vereins sind neu im Geschäft. In Goldgräberstimmung macht man Fehler und glaubt an Wunder.“ Damit deutete Lahm an, dass seiner Meinung nach die Saudis möglicherweise zu viel für Woltemade bezahlt haben.

Er beschrieb Woltemade als sportlich noch „unberechenbar“ und betonte, dass es unklar sei, ob der gebürtige Bremer konstant auf Top-Niveau spielen könne. „Er hat noch keine Kontinuität und Muster entwickelt“, fügte Lahm hinzu und forderte, dass Woltemade erst einmal über eine gesamte Saison, also rund 50 Spiele, hinweg auf hohem Niveau agieren müsse. Lahm bezeichnete ihn als „einen Spieler nahezu ohne Track-Record“.

Woltemade wurde für seine Leistungen bei der U21-EM gefeiert, wo er zu den besten Spielern des Turniers zählte und Deutschland ins Finale führte (Niederlage gegen England). Lahm warnt jedoch davor, diese Leistung zu überbewerten, da Woltemade einer der ältesten und erfahrensten Spieler des Turniers war. Junge Talente wie Lamine Yamal oder Jude Bellingham könnten solche Turniere leistungstechnisch überspringen und gar nicht erst teilnehmen.

Obwohl Lahm eine nachvollziehbare Einschätzung zu Woltemade abgibt, ist es bemerkenswert, dass er in einer Doppelrolle agiert. In seiner Analyse für die Zeit tritt er als Kolumnist und Journalist auf, während er gleichzeitig als Berater des Vorstands beim VfB Stuttgart tätig ist.

Dies ist besonders relevant, da Stuttgart zunächst einen Transferpoker mit dem FC Bayern um Woltemade führte. Die Münchner ließen sich bis zu einer Ablöse von 55 Millionen Euro treiben, doch die Verhandlungen scheiterten, als Stuttgart eine Summe von 75 Millionen Euro forderte.

Schließlich wechselte Woltemade für 90 Millionen Euro (inklusive Boni) zu Newcastle. Inwiefern Philipp Lahm sein Wissen über den FC Bayern und seine Meinung zu Woltemade an die VfB-Bosse weitergegeben hat, bleibt unklar. Die Aussagen in der Zeit legen jedoch nahe, dass Lahm als Kolumnist keine 75 oder 90 Millionen Euro Ablöse gefordert hätte, da er Woltemade als einen Spieler sieht, der am Anfang seiner Karriere steht und noch viel beweisen muss.

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