Polizeipräsenz bei der WM 2026 in New York

Polizeipräsenz bei der WM 2026 in New York

Bei der WM 2026 in den USA werden die Fans auch mit der Polizei in Kontakt kommen. Das gilt auch für unseren Absolut-Fussball-Reporter, der ein WM-Tagebuch führt.

New York – Dies ist uns bereits mehrfach passiert: Wir standen an einer roten Fußgängerampel in Manhattan, verspürten den Drang, schnell über die Straße zu huschen, und taten es schließlich auch. Erst in diesem Moment, als wir nicht mehr umkehren konnten, bemerkten wir: Oh, da steht ein Polizist und beobachtet uns. In Deutschland würde eine solche Situation mindestens ein Erziehungsgespräch nach sich ziehen, in dem der Passant als der Ältere der zu Erziehenden betrachtet würde. Es könnte sogar zu einer Anzeige kommen.

In New York hingegen passierte: nichts. Der Polizist, oder auch die Polizistin, standen einfach nur da. Sie reagierten nicht und strahlten Gelassenheit aus. Die Waffe blieb im Holster, die Finger am Gürtel, und die Hand wurde nicht zum Schlagstock geführt. Ihr Blick war vollkommen unbeteiligt, ohne jegliche Drohung.

Obwohl es schlimme Geschichten über Polizeigewalt in Amerika gibt, scheint es zumindest in New York auch Polizisten zu geben, deren Aufgabe es ist, lediglich stumm präsent zu sein. Oft stehen sie paarweise an jeder Kreuzung, und in dem System aus Avenues und Streets gibt es viele davon. Irgendwie fügt sich alles ineinander: Fußgänger überqueren bei Rot, während die Autos bei Grün nicht losfahren. Alles fließt zusammen, während das Auge des Gesetzes wachsam bleibt.

Ob die Präsenz-Polizisten glücklich sind? Würden sie manchmal lieber am Schreibtisch sitzen, Berichte schreiben, Tatorte betreten, Fälle klären oder Streife fahren? Was erzählen sie nach Feierabend zu Hause? Wurden für die WM und die Fußball-Fans zusätzliche Stellen dieser Art geschaffen?

Unabhängig davon scheint das Konzept der stillen Komplizenschaft zwischen Behörde und Volk zu funktionieren. ACAB – All Cops are Buddies.

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