Rasmus Kristensen: Rückschläge und neue Herausforderungen

Rasmus Kristensen: Rückschläge und neue Herausforderungen

Rasmus Kristensen, der dänische Rechtsverteidiger, hat in letzter Zeit zahlreiche Rückschläge erlebt, darunter Verletzungen und das Aus der dänischen Nationalmannschaft bei der WM. Dennoch ist er entschlossen, gestärkt aus dieser schwierigen Phase hervorzugehen.

Es ist gut möglich, dass Kristensen in den letzten Tagen oft an die Worte „det ogsa“ gedacht hat, was so viel bedeutet wie „auch das noch“. Während eines Länderspiels der nicht qualifizierten Teams gegen die Ukraine wurde der 28-Jährige in der 61. Minute für Alexander Bah eingewechselt. Nur vier Minuten später kam es zu einem Schreckmoment: Kapitän Christian Eriksen griff sich an die Brust, fiel zu Boden und blieb regungslos.

Die Erinnerungen an die EM 2021 wurden sofort wach, als Eriksen während eines Spiels gegen Finnland einen Herzstillstand erlitt und reanimiert werden musste. Auch Kristensen war besorgt, doch glücklicherweise ging es diesmal glimpflich aus.

Dieser Vorfall war nicht der einzige Schock für den Eintracht-Profi, der bereits selbst in einer kritischen Situation war. Im Dezember letzten Jahres, nach einem heftigen Zusammenprall mit Miro Muheim, wurde Kristensen bewusstlos. Glücklicherweise eilte das HSV-Supertalent Luka Vuskovic zur Hilfe und verhinderte, dass Kristensen sich verletzte. Der unerschrockene Wikinger aus Brande setzte das Spiel fort.

Kristensen möchte immer spielen, mit jeder Faser seines Körpers, und ist bereit, über seine Grenzen hinauszugehen. Eine gebrochene Nase? Kein Problem. Solche Spieler sind für Trainer und Fans Gold wert, da sie voller Emotionen und Kampfgeist stecken. Allerdings ist es frustrierend, wenn sie aufgrund von Verletzungen nicht regelmäßig auf dem Platz stehen können, denn auch die härtesten Spieler sind nicht unverwundbar.

Insgesamt verpasste Kristensen aufgrund von Verletzungen 13 Spiele, was ihm sichtlich zu schaffen machte. Besonders die schwere Sprunggelenksverletzung, die er Mitte Februar im Heimspiel gegen Mönchengladbach erlitt, setzte ihm zu und brachte seine nachdenkliche Seite zum Vorschein.

In dieser schwierigen Phase sprach der Profi offen über frühere Zeiten, die noch herausfordernder waren. Früher hatte er die Einstellung, dass Spaß und Profifußball nicht zusammengehören. „Meine Mentalität war: Das ist ein Job“, erzählte er. Diese Einstellung führte zu mentalen Problemen und einer „Fußballdepression“. Kristensen, der zuvor bei Ajax Amsterdam, RB Salzburg, AS Rom und Leeds United spielte, verlor das Vertrauen in sich selbst und den Sport und dachte sogar ans Aufhören, bevor er mit dem Wechsel nach Frankfurt wieder Freude und Glauben fand. „Es war der richtige Verein zur richtigen Zeit“, blickt er zurück.

Obwohl Freude und Vertrauen in der letzten Saison mehrfach auf die Probe gestellt wurden – durch Verletzungen, Schockmomente und die verpasste WM-Qualifikation – bleibt Kristensen optimistisch. Die Verantwortung für das Scheitern in der Qualifikation lastete schwer auf ihm, da er sich selbst die Schuld daran gab. Ein Remis in Schottland hätte Dänemark das direkte Ticket zur WM gesichert, doch nach seiner roten Karte in der 61. Minute verlor das Team die Kontrolle und verlor letztendlich 4:2.

Kristensen war am Boden zerstört. „Ich habe mich blamiert. Ich habe eine rote Karte erhalten, als wir das Spiel kontrollierten und das Ergebnis benötigten. Ich habe die Chance verspielt“, äußerte er. Die folgende Niederlage im Elfmeterschießen gegen Tschechien – ohne den verletzten Kristensen – machte das WM-Aus perfekt.

Statt auf der großen Bühne zu spielen, wird Kristensen pünktlich zum Trainingsauftakt am 11. Juli unter dem neuen Trainer Adi Hütter wieder ins Training einsteigen. Es ist gut möglich, dass er auch unter Hütter als Rechtsverteidiger gesetzt ist. Zwar bringt der 28-Jährige nicht das Tempo mit, das der Österreicher von seiner Abwehr fordert, doch seine Stärke, sein Wille und seine Führungsqualitäten, die in der vergangenen Saison gefehlt haben, sind wertvoll. Sollte Kristensen verletzungsfrei bleiben, könnte er zu einem der Eckpfeiler des neuformierten Teams werden.

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