RB-Trainer warnt vor Gesundheitsrisiken durch dichten Spielplan

RB-Trainer warnt vor Gesundheitsrisiken durch dichten Spielplan

RB-Trainer Jonas Stephan sieht im Kreuzbandriss von Giovanna Hoffmann ein Warnsignal: Der dichte Spielplan gefährdet die Gesundheit der Spielerinnen.

Leipzig – Die Leipziger Frauenmannschaft musste am Wochenende beim ersten Heimsieg der Saison gegen die SGS Essen (2:1) einen schweren Rückschlag hinnehmen: Stürmerin Giovanna Hoffmann, eine Schlüsselspielerin, hat sich das Kreuzband gerissen und wird mehrere Monate ausfallen. Dies geschieht in einer Phase, in der das Team nicht die erhoffte Leistung zeigt. Chefcoach Jonas Stephan muss bereits die dritte Kreuzbandverletzung innerhalb von fünf Monaten hinnehmen und sieht darin ein ernstzunehmendes Warnsignal. Obwohl Frauen häufiger von solchen Verletzungen betroffen sind, fordert er, auch die strukturellen Faktoren wie den engen Spielplan stärker zu berücksichtigen.

Trotz personeller Engpässe und einer sportlich herausfordernden Phase mit nur sieben Punkten aus sechs Spielen setzt der Verein weiterhin auf seinen Frauen-Chefcoach und verlängerte dessen Vertrag vorzeitig bis 2028 – ein klares Zeichen des Vertrauens. In einer Medienrunde beim öffentlichen Training am Dienstag sprach Stephan jedoch hauptsächlich über den Ausfall seiner Spielerin, die sich am Mittwoch in München einer Kreuzbandplastik unterziehen wird und voraussichtlich am Freitag zurückkehren kann. „Gio hatte einen fantastischen Sommer, das gesamte letzte Jahr hier bei RB Leipzig war sehr positiv. Der Rückschlag könnte für sie kaum größer sein, daher ist das sehr schwer für sie. Es ist für uns alle eine große Herausforderung. Leider gehört das zum Fußball dazu, und wir werden alles tun, damit sie im nächsten Jahr im Sommer so stark zurückkommt, wie sie es zuletzt war,“ erklärte Stephan.

Einen direkten Ersatz für Hoffmann zu finden, hält der 33-Jährige im Fußball allgemein für wenig sinnvoll. Dennoch muss das Team sich Gedanken darüber machen, wie es den Ausfall kompensieren kann. „Wir wissen, dass die Spielerinnen, die in Frage kommen, noch sehr jung sind. Daher werde ich mich nicht in die Kabine stellen und sagen: Jetzt müsst ihr. Wir werden schauen, wie wir die Mädels stärken können, um die bestmögliche Leistung auf den Platz zu bringen,“ so Stephan, der hinzufügte, dass man sich bis zum Winter definitiv über mögliche Verstärkungen Gedanken machen müsse. Zudem kämpfen zwei weitere Spielerinnen, Diana Nehmet und Lara Marti, mit Kreuzbandrissen, während Marleen Schimmer an einer Sprunggelenksverletzung laboriert.

Kreuzbandrisse zählen zu den schwersten Verletzungen im Fußball, die Frauen besonders häufig betreffen, wie der ehemalige Jugendtrainer bestätigte: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Risiko für Frauen, sich das Kreuzband zu reißen, höher ist als bei Männern.“ Dieser Faktor entschuldigt jedoch nicht die Spielplanung, denn die kommenden Wochen stellen eine enorme Belastung für die RB-Damen dar: „Meine Spielerinnen mussten zuletzt drei Spiele innerhalb einer Woche absolvieren. Bald steht auch eine Länderspielpause an, was erneut zusätzliche Strapazen mit sich bringt. Teilweise reisen die Spielerinnen freitags an und spielen montags in Freiburg, danach am Donnerstag gegen Jena und am Sonntag in Bremen. Die Reisekilometer, insbesondere für die Spielerinnen, die aus dem Ausland kommen und mit ihren Nationalmannschaften quer durch Europa reisen, sind enorm und nicht förderlich für die Gesundheit der Spielerinnen. Hier muss dringend eine Lösung gefunden werden,“ betonte Stephan.

„Wir freuen uns, dass die Liga gewachsen ist, aber wir sind nicht glücklich darüber, dass dies durch englische Wochen kompensiert wird. Das ist für das Produkt Frauenfußball nicht zuträglich, denn Spielerinnen wie Giovanna Hoffmann sind Publikumsmagnete. Wenn sie ausfallen oder sich schwer verletzen und monatelang fehlen, hilft das niemandem, und das ist ein Aspekt, an dem gearbeitet werden muss,“ so Stephan abschließend.

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