Rettig dämpft Erwartungen vor WM-Auftaktspiel gegen Curacao
Andreas Rettig hat die Erwartungen an das Auftaktspiel der WM gegen Curacao am Sonntag gedämpft. Der Gegner könne „rennen und kämpfen“ und spiele mit niederländischem Esprit.
In New York herrschte am Freitagabend hervorragende Stimmung bei der Eröffnung des German House of Soccer (GHOS). Diese erreichte ihren Höhepunkt, als Präsident Bernd Neuendorf, Generalsekretär Holger Blask, Geschäftsführer Andreas Rettig und Sportdirektor Rudi Völler gemeinsam ein Fass Freibier anzapften.
Doch als Rettig auf einen potenziellen Kantersieg der deutschen Nationalmannschaft im ersten Spiel gegen Curacao (Sonntag, 19 Uhr, alle TV-Informationen finden Sie hier) angesprochen wurde, war von Bierlaune keine Rede mehr. „Die Fans sollten weniger am Bierstand Prognosen abgeben und sich mehr mit dem WM-Turnier beschäftigen“, mahnte der DFB-Geschäftsführer und stellte klar:
„Bei aller Euphorie, die mit einem Sieg gegen Curacao einhergeht: Keine Mannschaft bei der WM wird einfach so besiegt. Das muss man deutlich sagen.“ Rettig zeigte sich zwar überzeugt, dass die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann das erste Spiel gewinnen werde, bat jedoch darum, nicht bereits von einem 5:0 oder anderen hohen Siegen zu sprechen.
Der 63-jährige Funktionär betonte, dass der Gegner am Sonntag „rennen und kämpfen“ könne, und das mit niederländischem Esprit: „Bitte die Latte nicht zu hoch hängen. Lassen Sie uns erst einmal erfolgreich ins Turnier starten – was es am Ende auch immer sein wird. Aber bitte nicht von 5:0 schwadronieren.“ Diese klare Botschaft von Rettig sollte nicht nur die Fans, sondern auch Bundestrainer Julian Nagelsmann und sein Team zu Herzen nehmen.
Vielleicht könnten sich die Nationalspieler in puncto Treffsicherheit etwas von ihrem Trainer abschauen: Nagelsmann versenkte einen Freistoß über eine Dummy-Mauer hinweg mit viel Gefühl traumhaft im Winkel. Seine Spielerkarriere musste er jedoch frühzeitig beenden. Nach einem Meniskus- und Knorpelschaden war bereits im Alter von 20 Jahren Schluss. Bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada wird Nagelsmann mit 38 Jahren der jüngste Trainer des Turniers sein.