Ritsu Doan kämpft um seine Rolle bei Eintracht Frankfurt
Der Transfer von Ritsu Doan wurde im vergangenen Sommer als großer Coup gefeiert, doch der Japaner hat seine optimale Rolle innerhalb der Mannschaft noch nicht gefunden.
In einem emotionalen Duell gegen seinen ehemaligen Verein SC Freiburg musste Doan am vergangenen Sonntagabend zunächst auf der Bank Platz nehmen. Trainer Albert Riera entschied sich, ihn nicht in die Startelf zu berufen, was für den Spieler schmerzhaft war.
Doan wurde in der 63. Minute eingewechselt und zeigte eine engagierte Leistung. Mit 18 Ballkontakten und einer Passquote von 85 Prozent lieferte er ein präzises Zuspiel auf Ayoube Amaimouni-Echghouyab. Dennoch ist er nur selten auf seiner angestammten Position auf dem Flügel zu finden und bewegt sich unter Riera oft in der Nähe der zentralen Mittelfeldspieler wie Hugo Larsson oder Oscar Höjlund.
Nach der 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern München gestand der Offensivspieler: „Mir raucht der Kopf.“ Bei seinem Wechsel nach Frankfurt war die Erwartungshaltung hoch. Für rund 23 Millionen Euro wechselte er aus Freiburg in die Mainmetropole, wobei er sogar ein Angebot des saudischen Klubs Al-Nassr ausschlug, um bei Eintracht Frankfurt zu spielen. Doan war motiviert, sich in der Champions League auf hohem Niveau zu beweisen.
Unter dem ehemaligen Trainer Dino Toppmöller war Doan als rechter Flügelspieler in einem 4-2-3-1-System eingeplant. Sein Start war vielversprechend, mit einem Doppelpack und einer Vorlage im Spiel gegen die TSG Hoffenheim (3:1) und zwei Assists beim spektakulären 6:4-Sieg in Gladbach.
Als die Krise bei Eintracht Frankfurt jedoch einsetzte, wurde Doan auf verschiedenen Positionen eingesetzt, als Schienenspieler, Spielmacher, Stürmer und zentraler Mittelfeldspieler. Diese ständige Umstellung macht eine Bewertung seiner Leistung schwierig. Wird er unter Riera zum Opfer des Systems?
Der spanische Trainer legt großen Wert auf Geschwindigkeit an den Flügeln, wo Dribbling und Eins-gegen-Eins-Situationen gefragt sind. Doans Stärke im Dribbling zeigte sich in seinen beiden entscheidenden Toren gegen Mainz und Augsburg. In der zentralen Position hingegen sollen die Spieler Risiko vermeiden und stattdessen mit Passstaffetten agieren.
Kann Doan den Sprung schaffen? Riera sieht Potenzial in ihm und möchte dieses ausschöpfen. Je flexibler ein Spieler ist, desto besser sind seine Einsatzchancen. Doch als zentraler Mittelfeldspieler kann Doan nicht der Unterschiedsspieler werden, den Sportvorstand Markus Krösche für das letzte Drittel der Offensive vorgesehen hatte.
Die Verpflichtung von Doan war strategisch sinnvoll, da er in Freiburg eine unverzichtbare Stammkraft war. Nach dem Spiel gegen seinen früheren Verein sprach er lange mit Trainer Julian Schuster und Sportchef Jochen Saier, wobei sicherlich auch seine aktuelle Rolle zur Sprache kam. Für Doan wird es entscheidend sein, die Herausforderung anzunehmen.
Es handelt sich um eine grundlegende Umstellung für den gelernten Flügelspieler. Zukünftig sollen die Spieler auf den Außenbahnen ihn besser in Szene setzen. Solche Veränderungen benötigen Geduld. Riera sieht Doans Platz nicht auf dem Flügel, sondern im zentralen Mittelfeld. Ritsu Doan hat das Potenzial für eine Schlüsselrolle bei Eintracht Frankfurt – die Frage bleibt, ob das System Riera ihm den Raum lässt, um seine Fähigkeiten zu zeigen.