Ritsu Doan und die Herausforderung bei Eintracht Frankfurt

Ritsu Doan und die Herausforderung bei Eintracht Frankfurt

Ritsu Doan kommt bei Eintracht Frankfurt bislang zu selten in spielentscheidende Aktionen. Trainer Albert Riera steht vor der Herausforderung, ihn optimal einzusetzen.

Frankfurt – Der Transfer von Ritsu Doan vom SC Freiburg wurde im vergangenen Sommer als großer Coup für Eintracht Frankfurt gefeiert. Der Start des Japaners war vielversprechend. Im von Ex-Trainer Dino Toppmöller in der Vorbereitung implementierten 4-2-3-1-System blühte der 27-Jährige auf der rechten Außenbahn sofort auf. In der ersten Pokalrunde gegen Engers (5:0) zeigte er seine Qualitäten und entschied am zweiten Spieltag das Duell bei der TSG Hoffenheim (3:1) mit einem Doppelpack und einem Assist.

Nach sieben Pflichtspielen für die Hessen hatte Doan bereits acht Scorerpunkte gesammelt. Sportvorstand Markus Krösche äußerte sich kurz nach der Vollziehung des 21-Millionen-Euro-Deals: „Ritsu Doan hat in den letzten Jahren seine hohe Qualität in der Bundesliga bewiesen und bringt Fähigkeiten mit, die uns helfen werden, unsere Ziele zu erreichen. Er hat in Freiburg mit seiner Technik, Schnelligkeit und Mentalität überzeugt.“

Doch nach einem starken Start erlebte die gesamte Mannschaft im tristen Herbst einen Rückschlag. Toppmöller wechselte häufig die Systeme, was dazu führte, dass Doan hin- und hergeschoben wurde. Er agierte in der Fünferkette als Schienenspieler, was bedeutete, dass er weite Wege zum gegnerischen Tor zurücklegen musste. In anderen Spielen musste er auf die Spielmacher- oder sogar Stürmerposition ausweichen, und auch auf der linken Seite kam der Nationalspieler zum Einsatz.

Die fehlende feste Rolle führte dazu, dass Doan in 23 Partien nur noch vier Scorerpunkte sammelte. Ein Spieler mit seiner Qualität sollte jedoch Teil der Lösung für die Frankfurter sein. Ohne ihn lief es für die Mannschaft nicht besser. In der Champions League saß er zweimal auf der Bank (einmal komplett in Neapel, gegen Tottenham nur 18 Minuten im Einsatz), was den Angriff der Hessen nicht stärkte. Doan ist ein Profi, der Duelle mit Einzelaktionen entscheiden kann.

Seine Dribblings führten zu wichtigen 1:0-Siegen gegen den FSV Mainz 05 und den FC Augsburg. Die Erwartungen an einen Spieler dieser Preiskategorie sind hoch. Allerdings ist er auch auf Mitspieler und ein funktionierendes System angewiesen. Mit seiner Erfahrung, Kreativität, Schusstechnik und Spielintelligenz kann Doan zum Unterschiedsspieler und zur Stütze für die Mannschaft werden.

Albert Riera, der Nachfolger von Toppmöller, hat die Aufgabe übernommen, den Spielern Selbstvertrauen zu schenken und verborgene Fähigkeiten zu fördern. Die sportliche Krise hat auch an Doan nicht vorbeigegangen. Von Rieras „One-Touch-Fußball“, der viel Bewegung ohne Ball erfordert, könnte er profitieren, dafür benötigt es jedoch Mut zum Risiko.

Bei Union hatte Doan eine Passquote von 92 Prozent. Er bereitete die einzige nennenswerte Chance von Oscar Höjlund mit einem hervorragenden Zuspiel von der rechten Seite auf Arnaud Kalimuendo vor. Doan vereint Fähigkeiten, die die Eintracht in dieser Phase dringend benötigt. Doch nur wenn er die Eins-gegen-Eins-Situationen suchen darf, kann er sich entfalten.

In Berlin rückte Mario Götze häufig mit auf den rechten Flügel, was zu Überlappungen zwischen den Spielern führte. Da der Gegner oft zwei oder drei Spieler zur Überwachung von Doan abstellte, wurde es in diesen Bereichen schnell eng. Der talentierte Linksfuß kann solche Situationen zwar mit seiner Ballsicherheit und Übersicht fehlerfrei lösen, jedoch leiden seine Offensivaktionen darunter.

Ob die Saison für Doan schwierig bleibt, hängt nun auch von Riera ab. Der Trainer ist gefordert, die Stärken seiner Spieler zu fördern. Doan kam mit 49 Scorerpunkten aus Freiburg nach Frankfurt. Zwar bringt Joker Ayoube Amaimouni-Echghouyab mit seiner Unbekümmertheit frischen Wind, das erste Ziel sollte jedoch sein, einen Spieler auf dem Niveau von Doan gewinnbringend einzusetzen.

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