Rouven Kasper verlässt VfB Stuttgart für FC Bayern München

Rouven Kasper verlässt VfB Stuttgart für FC Bayern München

Rouven Kasper hat bereits sein Büro beim VfB Stuttgart geräumt, da er im Januar eine neue Position beim FC Bayern antreten wird. In Schwaben wird er bereits schmerzlich vermisst.

München - Am Samstag (15:30 Uhr, Sky) empfängt der VfB Stuttgart, Kaspers ehemaliger Club, den FC Bayern zum Liga-Spiel in der MHP Arena. Rouven Kasper ist jedoch ungebunden, da er sein Büro beim VfB bereits ausgeräumt hat. Der Dezember fungiert für ihn als eine Art Mini-Sabbatical, bevor er am 1. Januar offiziell an der Säbener Straße beginnt. Er bringt nicht nur Ideen und Visionen mit, sondern auch einen hohen Druck.

Die offizielle Bezeichnung auf seinem Briefkopf lautet „Vorstand Marketing und Vertrieb“. Der FC Bayern hatte großes Interesse daran, Kasper für dieses Fachgebiet zu gewinnen. Da die Bayern ihn 2021 ablösefrei nach Stuttgart ziehen ließen, standen CEO Alexander Wehrle und sein Team ihm nicht im Weg. In Stuttgart wird er bereits jetzt vermisst. „Rouven hat in seinen fast vier Jahren beim VfB viel bewegt – mit großem Engagement, umfassender Fachkenntnis, einem Gespür für Chancen, kreativen Ideen und dem Fingerspitzengefühl für die Besonderheiten eines Traditionsvereins“, erklärte Wehrle gegenüber unserer Zeitung. Kasper hinterlässt als „absoluter Teamplayer“ große Fußstapfen, und Wehrle beschreibt ihn als „echten Wadenbeißer“, der für den Erfolg der Mannschaft alles gibt. „Das Wichtigste jedoch: Er ist ein ganz besonderer Mensch, den ich persönlich vermissen werde.“

Ab 2026 wird Kasper sein Büro in der Vorstandsetage des FC Bayern beziehen und eng mit CEO Jan-Christian Dreesen sowie Sportvorstand Max Eberl zusammenarbeiten. In den Bereichen „Marketing und Vertrieb“ sowie „Internationalisierung und Marke“ gibt es viel zu tun. Für den FC Bayern bringt die neue Verteilung der Verantwortlichkeiten erhebliche Vorteile. Präsident Herbert Hainer bezeichnet die frühere Situation, in der vor Diederichs Rücktritt im Dezember zwei Finanzexperten im Vorstand waren, jedoch kein erfahrener Marketingexperte, als „Geburtsfehler“. Die Finanzen liegen nun wieder in den Händen des ehemaligen CFO Dreesen, während Kasper in seinem Verantwortungsbereich die Grundlage für ein wirtschaftliches Wachstum und eine sportlich erfolgreiche Zukunft schaffen möchte. Angesichts des vergangenen Geschäftsjahres, in dem man bis zur lukrativen Club-WM sogar um rote Zahlen fürchtete, ist Kreativität gefragt.

Kasper steht vor großen Herausforderungen, weshalb eine Beförderung zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden derzeit kein Thema ist. Der Aufsichtsrat ist der Meinung, dass sowohl Kasper als auch Eberl sich auf ihre jeweiligen Fachgebiete konzentrieren sollten. Eine Beförderung wäre lediglich ein „Zuckerl“.

Am 1. Januar wird Kasper offiziell beginnen. Bis dahin wird er auch seine Tränen getrocknet haben. „Voll erwischt“, sagte er, als VfB-Chef Wehrle in seiner Abschiedsrede zu ihm sprach. Er verlässt Stuttgart nur ungern, aber es wartet eine größere Herausforderung auf ihn.

Topics

Related news