Rouven Schröder wechselt zu Borussia Mönchengladbach
Rouven Schröder wechselt von RB Salzburg zu Borussia Mönchengladbach. Die Reaktion seines ehemaligen Vereins fällt kühl aus, und die Medien üben scharfe Kritik an dem Sportchef.
Mönchengladbach/Salzburg – Borussia Mönchengladbach hat eine vielversprechende Lösung für die Nachfolge des erfolglosen Sportchefs Roland Virkus gefunden. Rouven Schröder bringt umfassende Erfahrung aus der Bundesliga mit, ein weitreichendes Netzwerk und die persönliche Autorität, um dem angeschlagenen Traditionsverein Stabilität zu verleihen. Ob sich das dritte Ablöse-Wagnis der Fohlen für einen Funktionär auszahlt, wird sich noch zeigen.
Bei seinem bisherigen Arbeitgeber, Red Bull Salzburg, ist man über die Situation „not amused“. In einem kühlen Statement heißt es: „Der ursprünglich auf vier Jahre angelegte Vertrag mit Rouven Schröder wurde gegen Zahlung einer entsprechenden Ablöse aufgelöst.“ Die Betonung auf der Ablöse ist dabei bemerkenswert.
Geschäftsführer Stephan Reiter äußerte sich überrascht über den kurzfristigen Wechselwunsch von Schröder: „Der Zeitpunkt war keinesfalls optimal.“ Der ehemalige Serienmeister Österreichs, der in den letzten beiden Spielzeiten entthront wurde, muss sich nun mitten in der Saison neu orientieren.
Die Medien in der Alpenrepublik formulieren ihre Kritik an Schröder besonders pointiert: Dem neuen Hoffnungsträger von Gladbach wird Doppelmoral vorgeworfen. „Wir brauchen Spieler, die sich zu 100 Prozent mit dem Verein identifizieren“, hatte Schröder Anfang des Jahres während der Präsentation von Thomas Letsch als Cheftrainer in Salzburg gefordert.
Die Ironie seines Wechsels zurück nach Deutschland, einem Weg, den auch viele Profis von RB gerne einschlagen, bleibt für viele Beobachter nicht unbemerkt. Ein Kommentar auf dem Portal 90 Minuten lautet: „Red Bull gepredigt, Wein getrunken.“
Die Kronen Zeitung berichtet, dass Schröder die Verantwortlichen in Salzburg nicht direkt über seinen Wechselwunsch informierte, sondern die Kommunikation den Gladbacher Führungskräften überließ. Borussias Geschäftsführer Stefan Stegemann betont, dass Schröder „neben seiner Erfahrung auch die erforderlichen Kompetenzen und kommunikativen Fähigkeiten besitzt, die für diese anspruchsvolle Aufgabe nötig sind.“
Die Kollegen aus Salzburg würden dies aktuell wohl nicht vollständig unterschreiben. Gleichzeitig ist es wichtig, Schröders Perspektive zu betrachten: Borussia Mönchengladbach ist ein traditionsreicher Verein mit einer beeindruckenden Geschichte, deren Erfolge zwar lange zurückliegen, aber dennoch von Bedeutung sind. Der Anreiz, die Fohlen wieder zu alter Stärke zu führen, hat Schröder überzeugt.
Das ist nachvollziehbar, denn im Red-Bull-Kosmos bleibt Salzburg bestenfalls die Nummer zwei hinter RB Leipzig. Es fungiert als Durchgangsstation für Talente, die früher oder später weiterziehen, oft direkt zum Schwesternclub in Deutschland. Schröder war sich dessen bewusst, als er selbst den Schritt von Leipzig nach Österreich wagte.
Ab sofort liegt sein Augenmerk also auf der Borussia, die sich in einer Krisensituation befindet. Die seit März sieglosen Fohlen müssen schnell wieder in die Spur finden, um bis zum Saisonende akute Abstiegssorgen zu vermeiden. Die erste Entscheidung von Schröder scheint bereits in den Gesprächen über seinen Wechsel an den Niederrhein gefallen zu sein.
Interimscoach Eugen Polanski soll laut Medienberichten eine faire Chance erhalten und mindestens bis Weihnachten im Amt bleiben. Der Ex-Profi genießt bei den Fans hohes Ansehen, jedoch war die Trendwende mit nur zwei Punkten aus den Spielen gegen Leverkusen, Frankfurt und Freiburg – allesamt Europapokal-Teilnehmer – bislang nur ansatzweise erkennbar.