Rudi Völler bleibt DFB-Sportdirektor

Rudi Völler bleibt DFB-Sportdirektor

In den letzten Tagen wurde viel über die Zukunft von Rudi Völler, dem Sportdirektor des DFB, spekuliert. Nun gibt es endlich Klarheit.

Frankfurt – Rudi Völler bleibt Sportdirektor des DFB, wie Absolut Fussball am Dienstagnachmittag erfuhr. Der 66-Jährige berichtete von einem langen und positiven Telefongespräch mit Jürgen Klopp, dem designierten Bundestrainer, der ihn am Samstag aus den USA anrief. Auch Oliver Mintzlaff, der CEO von Red Bull, hat sich bei Völler gemeldet und ihm mitgeteilt, dass er weiterhin im Amt bleiben solle.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Bundesliga-Chef Aki Watzke und mehrere Bundesligakollegen unterstützen diese Entscheidung: „Das Gesamtpaket hat den Ausschlag gegeben.“ Mintzlaff habe Völler versichert, dass die Zusammenarbeit mit Klopp „super“ werden wird. Völler zeigte sich erfreut über den Anruf und betonte, dass alle Beteiligten versuchen, Lösungen zu finden.

Völler ist optimistisch, dass die Gespräche über den neuen Bundestrainer, der „diesen Job seit vielen Jahren verdient hat“, zu einem positiven Ergebnis führen werden. Er selbst wird nicht mit Neuendorf und Watzke in die USA reisen, um an den Verhandlungen teilzunehmen.

Falls er nicht mehr gewollt worden wäre, hätte er kein Problem damit gehabt, seine Position zu beenden. Dennoch ist er mit „Herz und Seele“ beim DFB und freut sich auf die zukünftige Entwicklung. Völler sieht sich in der Lage, „den Laden ein wenig zusammenzuhalten“, betont jedoch, dass vorerst alle Augen auf Jürgen Klopp gerichtet sein sollten. Sollte Klopp Unterstützung benötigen, werde er zur Stelle sein.

Völler schließt eine Anstellung über sein Vertragsende nach der EM 2028 hinaus aus: „Ich mache gerne im Übergang weiter, aber das ist endlich.“ Er sieht die Generation der 2014er-Weltmeister in der Verantwortung: „Diese Generation kann und muss Verantwortung übernehmen.“

Er nennt Spieler wie Per Mertesacker, Mats Hummels, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Philipp Lahm, die seiner Meinung nach das Potenzial haben, beim DFB aktiv zu werden.

Nach dem Ausscheiden von Andreas Rettig zum Jahresende wird ein neuer Sport-Geschäftsführer benötigt. Völler blickte auch auf die WM zurück und äußerte, dass Julian Nagelsmann übermäßig kritisiert wurde, was ungerecht sei. „Das Gesamtgebilde war jedoch nicht gut“, sagte Völler, da Nagelsmann mit einer „Hypothek“ in die WM gegangen sei. „Die Stimmung wurde immer schlechter.“

Die Spieler hätten den Willen gezeigt, jedoch sei die körperliche Widerstandskraft ein Problem geworden. Klopp müsse hier ansetzen, ebenso bei der Personalauswahl. Völler kann nicht erkennen, dass ein angeblich fehlendes Verantwortungsbewusstsein der Spieler beim Elfmeterschießen ein Generationenproblem darstellt. „Es gab auch früher nicht immer zehn oder elf Spieler, die unbedingt schießen wollten“, erklärte er.

Völler verteidigte die Wahl des Quartiers: „Ein Quartier ist immer so gut, wie die Platzierung am Ende ist.“ Er verwies auf die Norweger, die in der Nähe untergebracht waren, und lobte die Trainingsbedingungen in Winston-Salem. „Auf das Quartier lasse ich nichts kommen.“

Die Kritik an Bildern, die Julian Nagelsmann und seine Frau Lena Wurzenberger auf dem Fahrrad zeigen, sei unglücklich gewesen und habe der Situation nicht gutgetan. „Die Macht der Bilder ist größer als der tatsächliche Einfluss auf Trainer und Team“, sagte Völler. Er stellte klar, dass die Familienbesuche während der WM nicht überhandgenommen hätten, und dass Mütter nicht im deutschen WM-Camp übernachtet hätten, sondern lediglich Partnerinnen und Kinder.

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