Sacha Boey: Wechsel von Bayern München im Winter wahrscheinlich
Nach anderthalb Jahren, in denen Sacha Boey beim FC Bayern als einer der größten Transferflops galt, hat sich die Situation zu Beginn der laufenden Saison gewandelt. Doch seit zwei Monaten ist der 25-jährige französische Rechtsverteidiger erneut aus dem sportlichen Geschehen verschwunden.
Boey hat seit seinem letzten Einsatz am 1. November, als er beim 3:0-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen für 15 Minuten auf dem Platz stand, keine Pflichtspielminuten mehr gesammelt. In dieser Zeit hatte er bereits in neun Bundesliga-Spielen sowie in weiteren Wettbewerben wie dem Supercup, DFB-Pokal und der Champions League Spielzeit angesammelt. Seitdem hat Bayern-Trainer Vincent Kompany jedoch auf eine Einwechslung des Spielers verzichtet.
Nachdem Boey in den folgenden Pflichtspielen nur auf der Bank saß und sich regelmäßig warm lief, fiel er seit Anfang Dezember offiziell krankheitsbedingt aus. Laut Informationen der Abendzeitung München gibt es jedoch einen gewichtigen Grund für diese negative Entwicklung.
Trainer Kompany, ein Verfechter von Teamgeist und Disziplin, soll zunehmend unzufrieden mit Boeys Einstellung geworden sein. Berichten zufolge habe sich Boey vor einer geplanten Einwechslung zu lange Zeit gelassen, was Kompany verärgerte und dazu führte, dass der Wechsel kurzfristig gestrichen wurde. Seitdem spielt Boey unter Kompany keine Rolle mehr.
Den Berichten zufolge darf Boey den Rekordmeister im Winter verlassen, und eine Trennung wird aktiv angestrebt. Bereits im Sommer hatte der Verein nach Abnehmern gesucht. An der Säbener Straße wird man Boey keine Steine in den Weg legen, sobald ein passendes Angebot eingeht. Trotz zwischenzeitlicher Verbesserungen gilt nach wie vor, dass der Transfer als Missverständnis angesehen wird und der Spieler in München sportlich nicht richtig funktioniert hat.
Boey war Ende Januar 2024 für 30 Millionen Euro von Galatasaray Istanbul verpflichtet worden, um personelle Engpässe in der Defensive zu beheben. Unter Thomas Tuchel kam er jedoch kaum zum Einsatz, da ihn zahlreiche Verletzungen zurückhielten. Nachdem er auch unter Kompany mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, konnte er sich seit der Klub-WM in den USA vermehrt in die Münchner Startelf einbringen.
Zu Saisonbeginn profitierte er von den langfristigen Verletzungen von Alphonso Davies und Hiroki Ito, während Adam Aznou den Verein verließ und Josip Stanišić erneut verletzungsbedingt ausfiel. Boey absolvierte seit Sommer 14 Pflichtspiele und stand sechsmal in der Startelf. Trotz zwischenzeitlichen Lobes seines Trainers, der ihn als positives Beispiel für Geduld bei Ersatzspielern bezeichnete, hat sich seine Rolle nun erneut ins Negative gewandelt.
Ein Winterwechsel gilt mittlerweile als realistisches Szenario. Die Verantwortlichen des FC Bayern wären angeblich bereit, den ehemaligen französischen U-Nationalspieler bei einer Ablöse zwischen 15 und 20 Millionen Euro ziehen zu lassen, was als ambitioniert gilt, da sein Marktwert laut Transfermarkt nur noch bei 15 Millionen Euro liegt.
Zuletzt wurde Crystal Palace als heißer Interessent gehandelt. Der Premier-League-Klub sucht Verstärkung auf der rechten Abwehrseite, und beide Seiten könnten von alten Verbindungen profitieren: FCB-Sportdirektor Christoph Freund hat seit gemeinsamen Zeiten bei RB Salzburg ein enges Verhältnis zu Palace-Trainer Oliver Glasner. Alles deutet darauf hin, dass sich die Wege von Boey und dem FC Bayern bereits in diesem Winter trennen könnten.