Schalke benötigt Wintertransfers zur Kaderverstärkung
Gelsenkirchen – Nach einem beeindruckenden Saisonstart, der Schalke den zweiten Tabellenplatz nach elf Spieltagen bescherte, sieht sich das Team nun mit Herausforderungen konfrontiert. Die jüngsten zwei Niederlagen und bis zu zehn verletzungsbedingte Ausfälle haben einen deutlichen Qualitätsverlust offenbart. Nach der 0:4-Niederlage im Pokal gegen Darmstadt und dem 1:2 in Karlsruhe sind Kaderlücken sichtbar geworden, die Sportvorstand Frank Baumann im Winter dringend schließen muss.
Nach überzeugenden Leistungen im ersten Vierteljahr unter Trainer Miron Muslic war ein Rückschlag fast unvermeidlich. Die letzten Spiele verliefen zu konstant und perfekt. In den vergangenen Wochen fehlten zahlreiche Spieler, darunter Bryan Lasme, Christian Gomis, Christopher Antwi-Adjei, Emil Höjlund, Max Grüger, Timo Becker, Janik Bachmann, Zaid Tchibara, Peter Remmert und zuletzt auch Hasan Kurucay.
Obwohl einige Spieler allmählich zurückkehren, verdeutlicht die lange Verletztenliste, wie dünn der Kader auf mehreren Positionen besetzt ist. So musste Muslic im Spiel gegen Karlsruhe auf die aussortierten Amin Younes und Anton Donkor zurückgreifen, die zuvor aufgrund ihrer Leistungen oder der Anforderungen des neuen Schalke-Systems nicht berücksichtigt wurden.
Baustelle 1: Der Sturm. Moussa Sylla und Kenan Karaman haben jeweils nur vier Tore erzielt. Im Vergleich zur Konkurrenz, deren Topstürmer mindestens acht Treffer erzielt haben, ist das zu wenig. Sollte Sylla ausfallen oder zum Afrika-Cup reisen, wäre die Lücke kaum zu schließen. Eine mögliche Rückkehr von Keke Topp könnte daher sinnvoll sein.
Baustelle 2: Zentrales Mittelfeld. Mit Ron Schallenberg und El-Faouzi verfügt Schalke über eine der stärksten Doppelsechsen der Liga. Doch dahinter wird es dünn. Fällt einer aus, bleiben nur Janik Bachmann oder der verletzungsanfällige Max Grüger übrig. Da beide in Bezug auf Laufbereitschaft, Zweikampfhärte und Spielübersicht hinter El-Faouzi und Schallenberg zurückbleiben, wäre ein solider Backup ratsam.
Baustelle 3: Linke Abwehrseite. Während die rechte Seite mit Gantenbein und Porath gut besetzt ist, fehlt es auf der linken Seite hinter Vitalie Becker an Tiefe. Becker zeigt gute Leistungen, ist jedoch jung und unerfahren. Anton Donkor würde im Winter wohl keine Steine in den Weg gelegt werden. Ein erfahrener Außenverteidiger mit Offensivdrang, ähnlich wie Thomas Ouwejan, könnte das Gleichgewicht wiederherstellen und Becker, wie zuletzt im Pokal, häufiger eine Pause gönnen.
Frank Baumann steht also vor einem klar definierten Winterfahrplan: Schalke benötigt punktuelle Verstärkungen zur Verbesserung der Kaderbreite und möglicherweise auch zur Stärkung der Offensive, um möglichst lange im Aufstiegskampf zu bleiben.