Schiedsrichter-Entscheidungen im Fokus nach Bayern-Aus gegen PSG
Vincent Kompany äußerte nach dem Champions-League-Aus gegen Paris Saint-Germain seine Bedenken hinsichtlich der Schiedsrichterleistung. Zwei Szenen stehen besonders im Mittelpunkt seiner Kritik.
Nach dem Ausscheiden des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain ist die Schiedsrichterleistung das prägende Thema. Besonders diskutiert werden zwei Szenen: ein vermeintlicher Platzverweis für PSG-Star Nuno Mendes sowie ein nicht gegebener Handelfmeter für die Bayern. Dazu äußerte sich Kompany nach dem Spiel am DAZN-Mikrofon deutlich: „Ich verstehe die Regel, aber das ist ein bisschen Quatsch, ein bisschen Blödsinn.“
Was war konkret geschehen? In der 31. Minute erhielt PSG-Spieler Joao Neves den Ball im eigenen Strafraum, nachdem sein Mitspieler Vitinha versucht hatte, den Ball zu klären. Sowohl die Bank des FC Bayern als auch die Spieler auf dem Feld forderten einen Elfmeter. Schiedsrichter João Pinheiro und sein Team ließen jedoch weiterspielen, was laut offiziellen Regeln korrekt war, da der Ball von einem eigenen Spieler kam.
Kompany war jedoch anderer Meinung: „Seine Hand ist da irgendwie in der Luft. Der Ball berührt die Hand und dann wird gesagt: ‚Das war angeschossen vom eigenen Spieler‘“, erklärte er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel und verwies auf die große Distanz zwischen den Spielern: „Der eigene Spieler war zehn Meter entfernt!“ Seiner Ansicht nach hatte Neves genügend Zeit, um zu reagieren und den Arm wegzuziehen. Auch Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe stimmte ihm zu.
Darüber hinaus zog der Belgier einen Vergleich zum Hinspiel, in dem Alphonso Davies einen ähnlichen Handelfmeter gegen sich gepfiffen bekam. „Ich verstehe die Regeln. Es wurde gesagt, dass in der Szene in Paris der Ball zunächst klar den Körper von Alphonso Davies berührt und dann erst seine Hand“, erinnerte er sich. „Aber jeder, der ein bisschen Fußball gespielt hat, weiß, dass es eigentlich nicht richtig ist, da der Ball zuerst an den Körper und dann an die Hand geht.“
Mindestens ebenso frustriert war Kompany über die Tatsache, dass seine Mannschaft ab der 29. Minute nicht in Überzahl spielen konnte. Der bereits verwarnte Mendes bekam den Ball im Mittelfeld an die Hand, doch Schiedsrichter Pinheiro entschied wegen eines vermeintlichen Handspiels von Konrad Laimer auf Freistoß für PSG. Laut Kompany war dies die zweite gravierende Fehlentscheidung des Unparteiischen.
„Für mich war es deutlich die zweite Gelbe Karte und somit auch die Gelb-Rote Karte. Ganz klar! Irgendwie haben wir dann einen Pfiff gegen uns bekommen. Diese Szene entscheidet natürlich das Spiel“, meinte der 40-Jährige. Er habe sich die Szene dreimal angesehen, jedoch „kein einziges Bild gesehen, wo Konrad Laimer den Ball mit seiner Hand berührt.“
Laimer selbst äußerte sich nach dem Spiel zu der Szene: „Manchmal spürt man das im Spiel nicht so. Aber ich hätte auch gedacht: Ich will ihn mit dem Oberkörper mitnehmen und spiele ihn klar mit der Hand weg. Wahrscheinlich ist es eine klare Gelb-Rote Karte. Das sind Entscheidungen, die nicht auf unsere Seite gefallen sind“, haderte der Österreicher.
Zusammenfassend bleibt laut Kompany nach zwei knappen Spielen das Aus gegen einen „großen Gegner“. „Es geht weiter. Es ist eine große Motivation. Uns tut die Elfmeter-Entscheidung in Paris noch immer weh. Am Ende verlierst du mit einem Tor“, so der enttäuschte Bayern-Coach, der auch in seiner zweiten Saison beim deutschen Rekordmeister nur vom Champions-League-Titel träumen kann.