Schiedsrichter unterbricht Spiel für Ramadan-Fastenbrechen

Schiedsrichter unterbricht Spiel für Ramadan-Fastenbrechen

Gelsenkirchen – Während des Zweitliga-Spiels zwischen Schalke 04 und Arminia Bielefeld gab es in der ersten Halbzeit eine ungewöhnliche, aber geplante Pause. Schiedsrichter Tobias Reichel unterbrach die Partie nach 22 Minuten für etwa eine Minute, um den muslimischen Spielern die Möglichkeit zu geben, ihr tägliches Fasten im Rahmen des Ramadan zu brechen.

Die Spieler nutzten die Zeit am Seitenrand, um Flüssigkeit und kleine Snacks, wie Datteln, zu sich zu nehmen. Für die betroffenen Spieler, die den ganzen Tag über auf Essen und Trinken verzichtet hatten, war dieser Moment entscheidend für ihre physische Leistungsfähigkeit.

Reichel hatte diesen Schritt bereits vor dem Anpfiff mit den Kapitänen und Verantwortlichen beider Vereine abgesprochen. Da das Spiel am frühen Abend stattfand, fiel der Zeitpunkt des rituellen Fastenbrechens genau in die Spielzeit. Durch die vorherige Abstimmung wurde ein unkontrollierter Spielfluss vermieden und die Unterbrechung konnte geordnet durchgeführt werden.

In der Bundesliga und der 2. Bundesliga gibt es keine spezifische Regelung, die Schiedsrichter zu solchen Pausen verpflichtet. Es liegt im Ermessen des Unparteiischen, das Spiel für ein kurzes „Erfrischungsfenster“ zu unterbrechen, sofern die Umstände es erfordern. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) unterstützt diese Praxis, um den religiösen Bedürfnissen der Spieler Rechnung zu tragen.

Die medizinischen Teams der Vereine bereiten fastende Spieler während des Ramadan speziell auf die späten Anstoßzeiten vor. Da Profifußballer während eines Spiels mehrere Liter Flüssigkeit verlieren und hohe Glykogenspeicher benötigen, stellt das Fasten eine physische Herausforderung dar. Die kurze Unterbrechung durch Reichel diente somit auch der Verletzungsprävention.

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