Sebastian Rode erinnert sich an die Europa-League-Saison 2022

Sebastian Rode erinnert sich an die Europa-League-Saison 2022

Sebastian Rode zählt zu den herausragenden Legenden der Eintracht Frankfurt. In einem exklusiven Interview mit Absolut Eintracht blickt er auf die Europa-League-Saison 2022 zurück.

Am 18. Mai 2022 erlebte Eintracht Frankfurt in Sevilla einen historischen Moment. Die Hessen gewannen das Finale der Europa League gegen die Glasgow Rangers im Ramón Sánchez Pizjuán-Stadion. Nach 120 spannenden Minuten endete das Spiel mit 1:1, und im anschließenden Elfmeterschießen setzten sich die Frankfurter mit 5:4 durch. Zu diesem Zeitpunkt war Sebastian Rode bereits ausgewechselt.

Der Kapitän des Traditionsvereins hatte in der fünften Minute einen heftigen Schlag am Kopf erlitten. Blut lief ihm von der Stirn, und er musste mit einem Turban um den Kopf weiterspielen. Rode verkörperte den unermüdlichen Kampfgeist seiner Mannschaft, die sich gegen alle Widrigkeiten stemmte. "Eine Auswechslung zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht im Kopf. Ich war jederzeit klar bei mir und hatte keine Gehirnerschütterung", erklärte er im exklusiven Gespräch mit Absolut Eintracht.

Rode, der mittlerweile 35 Jahre alt ist, war sich der Bedeutung des Spiels bewusst: "Egal, was passierte, sie mussten mich zusammenflicken. Es konnte nicht sein, dass ich in dem Highlight-Spiel meiner Karriere nach fünf Minuten vom Platz gehen muss." Er kämpfte weiter und wurde kurz vor Beginn der Verlängerung durch Kristijan Jakic ersetzt. Das Ende ist bekannt: Rode durfte in der Gluthitze um kurz vor Mitternacht den Pokal in die Höhe stemmen. Was ging ihm dabei durch den Kopf? "Gar nicht so viel. Ich dachte zuerst, dass der Pokal sackenschwer ist. Jetzt muss ich ihn in dem Getümmel noch nach oben heben."

Natürlich überwogen andere Gefühle: "Ich war unglaublich stolz auf die Mannschaft und sehr glücklich. Aber nach diesem Finale war ich auch erschöpft. Und dann war da noch die Wunde an meinem Kopf. Wir haben den Pokal in die Höhe gereckt. Dabei habe ich ihn mir noch einmal gegen den Kopf geschlagen, und die Suppe lief wieder."

Der Weg zu diesem historischen Moment war jedoch steinig. Besonders in Erinnerung bleibt das Highlight gegen Barcelona. Am 14. April 2022 reisten über 30.000 Fans in die katalanische Metropole. Die Frankfurter setzten sich dank eines Doppelpack von Filip Kostić und einem Traumtor von Borré mit 3:2 durch.

Nach dem Spiel versammelte sich die Mannschaft vor dem vollen Fanblock und wurde in der Arena von Barcelona gefeiert. Diese Momente sind unvergesslich. Vorstandssprecher Axel Hellmann sagte einst, dass sich dieses Spiel "ins kollektive Gedächtnis" eingebrannt habe. Tatsächlich sind diese Erlebnisse unvergesslich.

Der Architekt dieses Erfolgs war Oliver Glasner. Der zu Beginn kritisch beäugte Trainer hat sich zunehmend bewährt. Glasner zeigte Energie und Führungsstärke. Rode erinnerte sich: "Seine positive Art war wirklich ansteckend, sodass jeder daran glaubte, dass wir Barcelona wehtun können." Genau dieser Glaube hat Berge versetzt.

Glasner hatte zudem ein gutes Gespür dafür, wann er die Zügel etwas lockerer lassen konnte. Am Morgen nach dem großen Spiel joggte ein Teil der Mannschaft am Strand unter dem Applaus der Fans. Rode schmunzelte: "Ich kann nicht sagen, dass ich joggen war. Auch wegen meines Knies musste ich mich erholen."

Er enthüllte: "Wir haben nach dem Spiel bis 6 Uhr in Barcelona gefeiert. Insofern war es besser, dass ich nicht laufen konnte. Ich habe mein Knie im Meer gekühlt, aber die Jungs sagten, überall waren noch Frankfurter, die begeistert empfangen wurden. Das war einfach unglaublich!"

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