Senegal erreicht Viertelfinale des Afrika-Cups trotz Kritik an Nicolas Jackson
München – Trotz eines verdienten 3:1-Sieges gegen Sudan und des Einzugs ins Viertelfinale des Afrika-Cups ist die Freude im senegalesischen Lager gedämpft. Im Fokus steht erneut Nicolas Jackson (24), jedoch aus einem negativen Grund. Der an Bayern München ausgeliehene Stürmer von Chelsea sieht sich nach einer verpassten Großchance heftiger Kritik von den eigenen Fans ausgesetzt.
Die kritische Szene ereignete sich beim Stand von 0:1 für Sudan. Jackson hatte die Möglichkeit, aus kurzer Distanz ins leere Tor zu treffen, scheiterte jedoch kläglich am sudanesischen Torhüter Elneel. Diese verpasste Gelegenheit sorgte in den sozialen Medien für Spott unter den Anhängern Senegals. Ein Fan kommentierte: „Große Spieler erfordern Killer. Nicolas Jackson ist keiner.“ Ein anderer fügte hinzu: „Wer immer noch an Nicolas Jackson glaubt, steht offensichtlich auf toxische Beziehungen.“
Selbst unter dem Glückwunsch-Post auf Facebook, der den Einzug in die nächste Runde feiert, hagelt es Häme für den 24-Jährigen. Ein Nutzer schrieb: „Er hatte das schlechteste Match heute. In jedem Aspekt seines Spiels war er bis zur Auswechslung schlecht.“ Ein weiterer Kommentar lautete: „Wie konntet ihr ihn verpflichten? Er ist nicht einmal annähernd auf dem Niveau von Bayern, er benötigt zehn klare Chancen für ein Tor.“
Trotz dieser Kritik hat Jackson bereits zweimal im Turnier getroffen und in diesem Spiel einen Assist gegeben. Das Achtelfinale in Tanger begann für den Favoriten und Titelverteidiger Senegal, der den Afrika-Cup 2021 gewonnen hatte, mit einem Schock. In der 6. Minute nutzte Aamir Abdallah eine chaotische senegalesische Abwehr und schlenzte den Ball sehenswert über Torwart Mendy ins Netz.
Für Sudan, das sich als einer der besten Gruppendritten erstmals für die K.o.-Runde qualifiziert hatte, war dies der perfekte Start. Doch Senegal drehte das Spiel noch vor der Pause. Everton-Star Idrissa Gueye traf in der 29. Minute flach ins rechte Eck. Das zweite Tor fiel in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, als Jackson für Gueye auflegte, der erneut aus 14 Metern traf. Der Spielstand war gedreht.
Nach der Pause passierte weniger, bis Senegals Shootingstar Mbaye in der 77. Minute einen Konter erfolgreich abschloss. Nun wartet Senegal im Viertelfinale auf Mali, die sich im Elfmeterschießen mit 3:2 durchsetzen konnten. Für Jackson bedeutet dies zusätzliche Einsätze mit der senegalesischen Nationalmannschaft und eine längere Abwesenheit bei seinem Leihverein Bayern München, der den Stürmer im September 2025 für 16,5 Millionen Euro von Chelsea verpflichtet hatte.
Die Kritik an Jackson verdeutlicht die hohen Erwartungen an den Angreifer, der in 65 Premier-League-Spielen für Chelsea 24 Tore erzielte. Trotz seiner bisherigen Erfolge beim Afrika-Cup scheinen die Fans wenig Geduld mit dem 24-Jährigen zu haben. Ob er diese Kritik als Motivation nutzen kann, wird sich in den kommenden Spielen zeigen.