Spanien krönt sich zum Weltmeister nach umstrittenem Finale gegen Argentinien
Spanien hat Argentinien im WM-Finale besiegt und sich den Titel gesichert. Das Team profitierte dabei davon, dass es ab der 93. Minute in Überzahl spielte, was zu einer kontroversen Szene führte, an der auch Lionel Messi beteiligt war.
New York – Update vom 20. Juli, 12:50 Uhr: Marc Cucurella äußerte sich zu dem Vorfall mit Messi. Auf die Frage eines Reporters, was bei dem Austausch zwischen ihm und Messi passiert sei, antwortete der Spanier: „Ich habe ihm nur gesagt, dass seine Teamkollegen zu aggressiv sind. Ich habe nicht einmal bemerkt, dass meine Hand in der Nähe meines Mundes war – ich habe sie sofort weggenommen.“ Zudem fügte er hinzu: „Er musste sich nicht so aufführen. Das war kindisch.“
Erstmeldung vom 20. Juli, 9:35 Uhr: Im WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien, das in der regulären Spielzeit noch unentschieden stand, kam es in der Nachspielzeit zu einer hitzigen Situation. Nachdem Enzo Fernandez für ein Foul an Pau Cubarsi die Gelb-Rote Karte erhalten hatte, näherte sich Spaniens Außenverteidiger Marc Cucurella dem argentinischen Kapitän Lionel Messi und hielt kurz seine Hand vor seinen Mund.
Messi reagierte sofort, drehte sich um, hob die Hand und forderte gemeinsam mit einem Mitspieler beim Schiedsrichter einen Platzverweis für Cucurella. Hintergrund ist eine neue Regel für die WM 2026, die besagt, dass Spieler, die beim Sprechen den Mund abdecken, mit einer Roten Karte bestraft werden können. Diese Regel wurde nach einem Vorfall in der Champions League eingeführt, bei dem Gianluca Prestianni Vinicius Junior mit einer Handbewegung diskriminiert haben soll.
Schiedsrichter Slavko Vincic sprach kurz darauf mit Messi und deutete an, dass der VAR keinen Grund für einen Platzverweis gesehen hatte. Im Gegensatz zu Paraguays Miguel Almiron, der für eine ähnliche Szene in der Vorrunde gegen die Türkei Rot gesehen hatte, durfte Cucurella weiterspielen und kann sich nun Weltmeister nennen. Spanien gewann das Finale in der Verlängerung mit 1:0 durch ein Tor von Ferran Torres in der 106. Minute.
Die Reaktionen auf Messis Verhalten waren scharf. Alfonso Perez Burrull, ehemaliger spanischer Schiedsrichter und Experte der Marca, kritisierte den Superstar: „Es ist eine grobe Unsportlichkeit von Messi, die Rote Karte zu fordern – man kann dafür keine Rote Karte für einen Gegner verlangen.“ Dies ist besonders bemerkenswert, da Messi in diesem Turnier oft das Glück auf seiner Seite hatte.
Auch ehemalige Profis äußerten sich kritisch über Messi. Wayne Rooney, ehemaliger Topstürmer Englands und TV-Experte für die BBC, meinte: „Das ist Verzweiflung. Argentinien spielt eben so. Wir wissen alle, wie sie auf dem Platz agieren. Man muss jedoch immer Sportsmann bleiben – und daher war es traurig zu sehen, was Messi da gemacht hat.“
Ex-Torwart Joe Hart schloss sich der Kritik an: „Das hat mir gar nicht gefallen von Messi. Das zeigt nur, wie sehr Spanien überlegen ist, wenn selbst Messi sich zu so etwas verleiten lässt.“ Bei der Siegerehrung kamen Messi die Tränen. Für ihn und Argentinien war es eine bittere und historisch schlechte Nacht.