Spott und Kritik für Trainer Thomas Tuchel nach WM-Aus
Nach dem englischen WM-Aus gegen Argentinien sieht sich Trainer Thomas Tuchel heftiger Kritik ausgesetzt, insbesondere von einer wahren Legende des englischen Fußballs.
Atlanta – Die Briten sind für ihre Geheimagenten bekannt, und James Bond mit der berühmten Agentennummer 007 ist seit Jahrzehnten eine der bekanntesten britischen Filmfiguren. Nach dem enttäuschenden WM-Aus der Engländer im Halbfinale gegen Argentinien wurde auch Three-Lions-Coach Thomas Tuchel von der Stürmerlegende Gary Lineker als Spion bezeichnet. Diese Bemerkung war jedoch sicher nicht als Kompliment gedacht.
„Ich frage mich, ob Thomas Tuchel so etwas wie ein deutscher Spion ist – ob wir von Deutschland unterwandert wurden“, äußerte Lineker im Podcast „The Rest is Football“, der auch auf Netflix zu sehen ist. Seine Begründung folgte umgehend: „Ich denke das, weil die Deutschen momentan selbst nicht besonders gut abschneiden und nicht einmal die Gruppenphase überstehen. Vielleicht haben sie jemanden eingeschleust.“
Die Enttäuschung über das 1:2-Halbfinaldrama gegen die cleveren Argentinier sitzt tief auf der Insel. Tuchels Team führte bis zur 85. Minute mit 1:0, bevor die Südamerikaner, angeführt von Lionel Messi, das Spiel drehten und nun am kommenden Sonntag gegen Spanien um den WM-Pokal spielen.
Die zentrale Frage, die die Welle der Kritik an Tuchel auslöst, ist: Warum wählte der deutsche Trainer nach dem Führungstor durch Anthony Gordon (55. Minute) einen so defensiven Ansatz, anstatt auf das zweite Tor zu gehen? Auch wenn Linekers Spion-Vergleich wohl eher als Scherz gemeint war, wird Tuchel von vielen Experten in Frage gestellt.
„Ist er der richtige Mann, um uns weiterzubringen?“, fragte Lineker im Podcast. „Ich fordere nie die Entlassung von jemandem, aber es hängt von ihm und der Meinung des FA ab. Sind wir mit einem Halbfinale zufrieden?“ Besonders die defensive Herangehensweise gegen Messi und seine Argentinier bezeichnete er als „absolut unbegreiflich“.
Lineker war mit seiner Einschätzung nicht allein. „Wir sind in uns zusammengefallen. Es fing beim Trainer und seinen Entscheidungen an. Die Spielweise war zu passiv“, kritisierte Wayne Rooney bei der BBC. Sogar Thomas Müller reagierte nach der Partie fassungslos auf Instagram: „Ich kann es nicht fassen und nicht verstehen, wie England dieses Spiel nach der Führung angegangen ist.“ Es wird wohl noch etwas Zeit brauchen, bis sich die Entrüstung auf der Insel über dieses bittere WM-Aus legt – bis dahin benötigt Tuchel ein dickes Fell.